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Sonntag, 15. Mai 2022

Beltane 16.05.2022, 5. Vollmond nach Jul

Die Natur explodiert, jeden Tag blüht es mehr und wir befinden uns mitten in den Beltane-Energien.
Einige wundern sich evtl., weil für sie Beltane schon am Gedenktag der Walpurgis gefeiert wurde. Wenn wir aber von dem keltischen Fest sprechen, so sollten wir uns an die Mond- und Sonnenphasen halten. Schließlich gab es zu der Zeit noch nicht unseren Kalender, wie wir ihn heute kennen.
Jetzt, am 5. Vollmond nach Jul, feiern wir also Beltane, was übersetzt "strahlendes Feuer" bedeutet. 
Wir feiern das Leben, die Fruchtbarkeit und die Kraft der Sonne, mit der alles Leben nun wiederkehrt. Alles um uns wächst und blüht, die Vögel zwitschern nun laut ihre Lieder, kümmern sich um ihren Nachwuchs und auch die fleißigen Bienen und Hummeln fliegen nun jede mögliche Pflanze an.
Und auch wir werden wieder wacher, genießen die Sonnenstrahlen und es geht auch nicht an uns unbemerkt vorbei, dass die Natur lebendiger wird.
Es ist also an der Zeit uns die Frage zu stellen, was mich lebendig macht. Ich als Teil der Natur möchte erwachen und vor Energie strotzen, teilhaben an der Vielfalt der Natur.
Ein Tag um das Leben zu feiern und sich Gedanken um die Zukunft zu machen. Was möchte ich erreichen, wie kann ich mich einbringen, was ist mir wichtig?
Dies alles kann man mit tollen Ritualen unterstützen. 



1. Gundermanngürtel oder -kranz binden
Der Gundermann ist nun überall zu sehen. Kriechend mit lilafarbenen Blüten und nierenförmigen Blättchen kommt er einher. Gund ist das alte Wort für Eiter und dieses Kraut kann bei sämtlichen Formen von Abzessen und Wunden seine Heilwirkung zeigen. Ob als Brei, Tee, Umschlag, Tinktur oder Öl, auch bei diesem Kraut sind kaum Grenzen gesetzt.
Als Kranz gebunden und auf den Kopf gesetzt soll Gundermann einen vor bösen Hexen warnen, indem sie durch ihn sichtbar werden. 


2. Spaziergang in der Natur
Runterfahren, entspannen, Kopf freimachen, Gedanken sortieren...all das schafft man am besten mit einem Spaziergang im Wald. Ohne ablenkende Gegenstände, wie Handys, Kopfhörer etc fühlt es sich doch gleich nochmal viel besser an. Es ist schon erstaunlich wieviel mehr man plötzlich wahrnimmt. 
Man könnte nun auch die Maiwipfel von Tanne oder Fichte ernten. Dabei zu beachten ist, dass man nie den mittleren Austrieb entnimmt, da dann das Wachstum gehemmt wird und immer sparsam sammeln und nicht nur von einer Stelle bzw einem Baum.
Ich nasche gerne direkt vor Ort ein Maiwipfelchen, sie schmecken herrlich zitronig. Für Fichtenwipfelhonig nehme ich 1-2 Handvoll Wipfel mit, schüttle sie etwas aus und übergieße sie mit Honig, lasse sie 3-6 Wochen an einem warmen (nicht sonnigen) Ort stehen. Man kann die Wipfel auch im Honig lassen oder man seiht sie ab und nascht sie direkt weg. 

3. Bunte Bänder 
Die Bänder symbolisieren mit ihren Farben Leben, Weiblichkeit, Männlichkeit und Fruchtbarkeit.
Man kann sie an einen grünen Kranz binden, der wiederum an einem Stock befestigt ist und in die Erde gesteckt wird, um der Symbolik Kraft zu verleihen. Rote und weiße Bänder stehen für das Weibliche und Männliche und zeugen von der Hochzeit zwischen Himmel und Erde, der Vermählung von Freya mit ihrem Geliebten und Bruder Frey. Beide gehören dem Göttergeschlecht der Vanen an.

4. Feuer
Das Feuer ist, wie an jedem Jahreskreisfest, fester Bestandteil und nicht wegzudenken. Mit dem Feuer unterstützen wir die Sonne, die Kraft der Natur und damit das Ja zum Leben. 
Für die Kinder ist es schon ein Ritual dann immer Stockbrot über den Flammen zu backen.

5. Räuchern
Räuchern ist immer eine gute Möglichkeit, all das zu bestärken, was man gedanklich manifestieren möchte oder eben um Dankbarkeit zu untermauern, die Natur zu unterstützen, Segen zu verteilen und sich zu reinigen. 

Meine Räuchermischung dieses Jahr besteht aus:

Birkenrinde
Weißdorn
Brennnessel
Salbei
Holunder
Frauenmantel
Rose

Salbei und Beifuß unterstützen dabei als Kräuterfackeln.

6. Mandala oder Spirale
Man kann aus Pflanzenteilen, Blüten, Ästen etc tolle Naturmandalas oder -spiralen auslegen, in der Mitte kommt dann ein Licht in Form einer Kerze oder je nach Größe eine kleine Feuerschale. In der Mitte ist das Licht, von dort entspringt es und umfasst uns und gibt uns Wärme und Kraft.

7. Blütensalat
Natürlich gehört  zu einem Jahreskreisfest auch immer was Kulinarisches dazu. Passend zur Zeit bereite ich gerne einen leichten Salat zu. 



Zutaten:
Verschiedene Blattsalate
Erdbeeren
Kirschtomaten
1/3 Schlangengurke
verschiedene essbare Blüten, z.B. von Ringelblume, Rose, Gundermann, Bohnenkraut, Rosmarin, etc
Schnittlauch
Pimpinelle oder Petersilie

Für das Dressing:
125ml Sahne
50ml Speiseöl
Saft von 1/2 Zitrone
1 TL Senf
1 TL Honig
Salz, Pfeffer
Dillspitzen

Die Blattsalate auf einer Platte schön herrichten. Schlangengurke längs halbieren und in dünne Scheiben schneiden. Kirschtomaten und Erdbeeren ebenso in Scheiben schneiden und alles auf den Salat geben. Die Blütenblätter darauf verteilen. Die Kräuter kleinschneiden und darüber streuen. Zum Schluss das Dressing herstellen und spiralförmig auf den Salat geben. 

Es gibt natürlich noch viele andere Möglichkeiten Beltane zu feiern, da sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt. 

Liebe Grüße, 

Kerstin



Sonntag, 7. November 2021

Samhain 2021

Die Samhain-Energien genutzt, um zu Ruhe und Einkehr zu gelangen. Dem aufsteigenden Rauch nachgeschaut und losgelassen. Dankbar für Schutz, Familie, Gesundheit, Geborgenheit und liebevolle Gesten. 

 

Die dunkle Zeit bricht an. In ihr entsteht still und heimlich neues Leben. Noch kaum spürbar, aber wissend, dass es so kommen wird. Die Natur zieht sich zurück, um Kraft für den neuen Jahreskreis zu schöpfen. Die Erntezeit ist nun endgültig vorbei. Lassen wir nun alles ruhen, auch in uns. Wir lassen alles, was noch unangenehm an uns haftet, in Frieden gehen und heißen Neues willkommen.

Machen wir es der Natur nach:

Wie der Baum die Blätter fallen lässt, so lassen wir Altes/Belastendes los. Die oberirdischen Teile von Pflanzen sterben ab, die Wirkstoffe überdauern jedoch in der Wurzel oder die Samen wurden in alle Winde verstreut. Wir fragen uns, was wir behalten möchten, was da sein darf und nicht gehen soll. Ebenso können wir uns fragen, welche Rolle wir im Leben spielen. Was möchte ich noch erreichen? Welche Werte sind mir wichtig? Ist es an der Zeit mal richtig aufzuräumen? Und zwar nicht nur das Haus, den Garten usw, sondern auch in mir/in uns. 

Viele Fragen, denen wir in den Rauhnächten auf den Grund gehen werden. Wir setzen uns intensiv mit unseren Träumen und Wünschen auseinander. Die Zeit der Rauhnächte ist ideal dafür, sich ganz zurückzuziehen und zu begreifen, worauf es im Leben ankommt. Ich freue mich drauf.

Eure Stiny

Donnerstag, 10. Juni 2021

Kräutersträuße binden

Jetzt sind wir schon fast wieder in der Junihälfte angekommen. Die Sonne lacht uns hier seit Tagen an, alles im Garten steht in saftigem Grün und die bunten Blüten sind eine Augenweide. 



In der Zeit um Litha geht die Kräuterernte wieder los und so ist es auch ein schönes Ritual zur Sommersonnenwende Kraftsträuße oder Räuchersticks zu binden. Man sagt, dass die Kräuter und Pflanzen zur Zeit des Johanni ganz besonders starke Kräfte besitzen, kein Wunder, es ist die Hoch-Zeit der Pflanzenwelt. Schon aus Überlieferungen wissen wir, dass vor allem die Zahl 9 (3x3) eine magische Bedeutung hat, so kommen auch in die Sträuße 9 verschiedene Kräuter. Da ist jedem selbst überlassen, welche Kräuter verwendet werden, Voraussetzung ist natürlich, dass man sie kennt und das sie, je nachdem wie man später damit verfahren möchte, nicht stark giftig sind. Schön ist auch, bevor man auf die Kräutersuche geht, sich Gedanken macht, welche Kräuter man sammeln möchte bzw welche Bedeutung sie für einen selbst haben und für denjenigen, den man damit beschenken möchte. Andererseits ist es auch spannend, beim Spaziergang ganz "zufällig" auf Kräuter zu stoßen, die einem spontan zusagen.
Hier nur ein paar Beispiele: Beifuß, Ringelblume, Schafgarbe, Johanniskraut, Eisenkraut, Spitzwegerich, Königskerze, Labkraut, Ackerschachtelhalm, Malve, Kornblume, Kamille, Salbei...



Kräuter werden nur in einer Trockenperiode (mind. 3 Tage kein Regen) gesammelt, um Schimmelbildung zu vermeiden und die volle Wirkkraft zu erhalten. Am besten nimmt man dazu eine Kupfersichel oder knipst sie mit den Fingernägeln ab. Eisen soll die Wirkkraft hemmen. 
Wenn ihr die Kräuter zu einem Räucherbündel binden möchtet, so lasst sie nach der Ernte zunächst etwas antrocknen, legt sie dann zu einem dicken Bündel zusammen und fixiert sie mit einem dünnen Baumwollfaden. Ich nehme auch gerne eine Schnur aus Brennnesselfasern. Jetzt werden die Bündel an einem dunklen, gut durchlüfteten und trockenem Ort aufgehängt. Sobald sie rascheln, sind sie fertig. Zum Räuchern zündet man den vorderen Teil an und pustet die Flamme aus, dass es nur noch raucht. Dazu kann man selbstgewählte Worte sprechen. Ursprünglich bat man die Naturwesen und Götter um Gesundheit, Schutz vor Unwettern und eine gute Ernte. 


Den Kräuterstrauß kann man in einem Raum aufhängen, wo man sich oft aufhält. Dort soll er schützend und reinigend wirken. Wer mag, kann auch einzelne Kräuter im Laufe des Jahres herausschneiden und eine Räucher- oder Teemischung (vorausgesetzt es sind natürlich genießbare Kräuter) daraus erstellen. Eine schöne Idee ist auch, den Strauß jemandem zu schenken, dem man Glück und Gesundheit wünscht. 

Viel Freude beim Sträuße binden!

Kerstin

Freitag, 16. Oktober 2020

Samhain 11. Neumond nach Yule/All Hallows Eve/Halloween 31.10.

Samhain (sprich: Sawen) ist ein weiteres Ahnenfest und hat einen irisch-keltischen Ursprung, welches laut Überlieferung am 11. Neumond nach Yule gefeiert wurde (heute auch für einige ein fixer Termin in der Nacht vom 31.10. auf den 1.11.) und die Ahnen besonders geehrt wurden. Es ist sozusagen das Neujahrsfest der Kelten, denn mit diesem Fest beginnt das neue Jahr. Das mag uns irritieren, weil nun ja erst die dunkle Jahreszeit anbricht. Doch im dunklen entsteht neues Leben, so auch unseres, nämlich im Mutterleib. Unsere Entwicklung findet im Dunklen statt und wenn wir bereit sind, gehen wir dem Licht entgegen. Auch der Tod beginnt wieder mit Dunkelheit und "endet" im Licht. Zu dieser Jahreszeit zieht sich alles Pflanzliche zurück in den Schoß von Mutter Erde. Frau Holle nimmt sich ihrer Seelen an und nimmt sie mit ins Totenreich und bewacht alles was zur Ruhe kommt. Der Sonnengott Lugh zieht sich ebenso zurück und sein Hirsch wird besiegt. Die Zeit der Ruhe beginnt und somit ist auch die Erntezeit nun vollends vorbei.  

Da die Schleier zur Anderswelt zu dieser Zeit sehr dünn sind, können Geister nun wieder in unsere Welt eintreten. Für alle lieben Verstorbenen werden Kerzen angezündet und Feuer entfacht, damit sie den Weg nach Hause finden, Essen und Trinken wird für sie bereit gestellt, denn sie haben eine lange Reise hinter sich. 

Durch den Schleier können allerdings auch die bösen Geister reisen und so wurden damals aus Rüben Fratzen geschnitzt, um die Geister abzuhalten ins Haus zu kommen. Masken wurden gebastelt, um ihnen vorzugaukeln, man sei einer von ihnen. Vor allem aber Krach und Radau sollte die bösen Geister abschrecken, haften zu bleiben. Als die irischen Kelten dann nach Amerika auswanderten, haben sie ihre Traditionen weiter geführt, doch anstatt in Rüben schnitzten sie von nun an ihre Fratzen in Kürbisse. 


Mit der modernen Welt entwickelte sich daraus immer mehr das heute bekannte "Halloween", abgeleitet von "All hallows eve", dem Abend vor Allerheiligen. Die Kirche übernahm dieses Fest der Totenverehrung aus dem Heidentum und blieb auch in der Jahreszeit. So wird seither am 1.11. den Heiligen gedacht und am 2.11. allen verstorbenen Seelen. Große Feste im Kirchenjahr. Die Gräber werden nun wieder besonders schön bepflanzt und viele Kerzen aufgestellt. 

Samhain wurde leider immer mehr kommerzialisiert und bekam den neuen Namen "Halloween". So sah vor allem die Süßigkeitenbranche eine wunderbare Einnahmequelle. Unsere Kinder verkleiden sich heutzutage als die bösen Geister, die von Tür zu Tür gehen und um Opfergaben (Süßigkeiten) "bitten". Und sollten sie nichts bekommen, so bleiben sie da und spuken ums Haus. "Wir sind die kleinen Geister und mögen gerne Kleister und wollt ihr uns nichts geben, so bleiben wir hier kleben." ist einer der gefürchteten Sprüche. ;D

Man spürt, dass etwas in der Luft liegt, eine Art Spannung umgibt uns, die Atmosphäre verändert sich und lässt man sich darauf ein, wird man selbst ruhiger und zieht sich aus dem hektischen Alltag zurück, sofern es dann machbar ist. Ich verarbeite zu dieser Zeit die getrockneten Kräuter, Öle und Tinkturen. So entstehen Salben, Cremes, Bonbons, Nervenkekse nach Hildegard von Bingen, Teemischungen und noch Vieles mehr.

An Samhain backe ich immer das Totenbrot, auch "Pan de muerto" oder "Seelenbrot" genannt. 

Ich nehme dafür immer dieses Rezept: https://m.geo.de/geolino/kinderrezepte/17843-rtkl-rezept-pan-de-muerto?fbclid=IwAR3trG2AEb5-hIK6qYEAGEOpKiKtPu1Dl6g5a6wdlj4zjVNY9_Wf0pTMDm8


Es heißt, dass jeder Bissen eine verlorene Seele erlöst. Ist doch ein schöner Gedanke und man selbst hat auch noch was davon. 

Zur Räucherung gehört für mich allen voran der Beifuß. Nicht umsonst wird er der Wächter der Tore genannt. Er ist Helfer für den Übergang und Begleiter der Seelen. 
Wacholderbeeren, Holunderblüten, Kornblumenblüten, Lorbeerblätter, Engelwurz, weißer Salbei, Fichtenharz, Eisenkraut und Eichenrinde sind nur Beispiele für weitere passende Räucherstoffe. Da kann sich jeder selbst etwas zusammenstellen. 
Wenn einem die Traurigkeit überkommt kann man noch Tee aus Johanniskraut, Melisse, Lavendel, Passionsblume oder Hopfen mischen. Achtung bei Johanniskraut! Es kann zu Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten, z.B. Antidepressiva, Blutdrucktabletten etc kommen. Da bitte zuvor den Arzt fragen!


Samstag, 19. September 2020

Mabon / Herbst-Tag- und Nachtgleiche



Nun steht das nächste Jahreskreisfest bevor. Mabon ist das Pendant zur Frühlings-Tag-und Nachtgleiche, ein Schwellenfest. Auch hier sind Tag und Nacht wieder gleich lang. Nun ist es allerdings Zeit sich wieder ins Erdreich zu begeben und sich auf den Winterschlaf vorzubereiten. Die Wirkstoffe ziehen sich zurück in die Wurzeln, sowohl bei Pflanze, Mensch und Tier. Die letzten Heilkräuter werden gesammelt, Obst, Gemüse, Blumen und Nüsse als Opfergaben bereitgestellt.
Mabon ist der walisische Sohn von Modron und seinem Vater Mellt, der die Erde mit seinen Blitzen befruchtet und somit Mabon mit der Erdmutter und Schutzherrin zeugte.




Schwellenfest:
Kennt ihr das Gefühl an einer Schwelle zu stehen? Es ist nur noch ein Schritt, doch zögern wir. Warum? Weil wir wissen, dass wir in unbekanntes Terrain stoßen, aus unserer Gewohnheit und vielleicht auch aus unserer Komfortzone heraus müssen, um das Tor zu etwas Neuem aufzustoßen. Das passiert jetzt auch mit der Natur und somit auch mit uns. Neben der großen Dankbarkeit für die reichliche Ernte, für unser täglich Brot, kommen nun vielleicht auch unsere Ängste wieder mehr zutage. Es wird dunkler um uns und ganz oft auch in uns. Zweifel und Sorgen können sich in der Dunkelheit viel mehr breit machen. An der Schwelle vom Frühjahr in den Sommer sieht das alles noch anders aus. Das Sonnenlicht durchflutet uns mit Energie, Hoffnung, Fröhlichkeit. Wir wollen raus, aktiv werden. Nun, zum Herbst hin, kehren wir wieder zu unserem Inneren zurück. Die Zeit der Besinnung beginnt.
Was lasse ich los, was bleibt? Ist es Zeit aufzuräumen, in mir selbst und in meiner Umgebung? Für was bin ich dankbar?
Aber auch ein Blick in die Zukunft sei gewährt. Wo möchte ich hin? Was kann ich mit meinen Erfahrungen und Erlebnissen mitnehmen?

Strohpüppchen und Amulette/Talismane werden gebastelt und Dankesräucherungen durchgeführt.

Passende Räucherkräuter wären z.B.: Kiefernnadeln, Fichtenharz, Wacholderbeeren, Beifuß, Schafgarbe, Eisenkraut, Eichenrinde und -blätter, Engelwurz, Lorbeerblätter

Zu den Ritualen kann man sowohl passende Musik spielen als auch Karten legen, Kerzen anzünden und sich auf das Wesentliche, auf das worauf es ankommt, besinnen.

Euch allen ein schönes Mabon!

Kerstin

Samstag, 18. Juli 2020

Lughnasadh/Fest der Schnitterin/Lammas, 8. Vollmond nach Jul

Leopold von Kalckreuth, 1888
Kaum steht alles in voller Blüte, fangen die Pflanzen nun auch schon an Früchte zu tragen oder sich zu versamen. Der Spätsommer, und damit die Zeit der Ernte, ist eingeläutet. Das ist die Zeit von Lughnasadh, dem Fest der Schnitterin, auch Lammas genannt.  Mit Schnitterin ist die Getreidemäherin, die Sensenfrau, gemeint, die das Korn einholt und die Speicher auffüllt. Der Sonnengott Lugh (Feuer/Licht) ist bereit, sich zurück in die Erde zu begeben, denn seine Kraft hat er an die Pflanzen weitergegeben, seine Arbeit ist getan.
Auch die Wirkstoffe vieler Pflanzen ziehen sich bald in die Wurzeln zurück und so ist es nicht nur ein Sterben der oberirdischen Teile, sondern auch der Beginn des langen Schlafes der Lebenssäfte, die nun unterirdisch, im Reich der Frau Holle, auf das Frühjahr warten. Pflanzen, die nicht überdauern, sorgen mit Pollen und Samen dafür, dass ihre Gattung nicht ausstirbt, der Kreislauf des Lebens, er endet nicht. 
Die ersten Kornähren werden den Göttern geopfert und Dankbarkeitsrituale für die reiche Ernte durchgeführt. Man kann auch Strohpuppen basteln und diese dem Feuer übergeben. Aus der ersten Ernte werden Brotlaibe gebacken, geopfert und verköstigt.  
Jetzt steht auch das kirchliche Fest Maria Himmelfahrt am 15.8. an. Ein alter Brauch ist es Kräuterbuschen zu binden und weihen zu lassen. Dabei ist die Anzahl der Kräuter sehr wichtig.
7 Kräuter für die Schöpfungstage
9 Kräuter für die 3x3, Verstärkung der Dreifaltigkeit
12 Kräuter für die Apostel, die Jünger Jesu
14 für die Nothelfer usw



Getrocknet als Teekräuter, zum Schutz oder für Räucherungen haben diese Kräutersträuße ihren Nutzen. Bei Krankheit hängte man in früheren Zeiten den geweihten Strauß mit ins Krankenzimmer, um eine baldige Genesung voranzutreiben. Denn der geweihte Strauß, so sagt man, enthält doppelte Wirkkraft. Das Vieh hat vom geweihten Strauß was mit unters Futter bekommen, um gesund zu bleiben oder kranken Tieren zur Heilung zu verhelfen.


Die Kräuterbuschen vom letzten Jahr und alles Alte, was man loslassen möchte und durch Neues ersetzen kann, übergibt man nun dem Feuer als Dank an Mutter Erde, von der wir aus dem Vollen schöpfen können!
Lasst uns das Fest begehen, indem wir uns besinnen, warum wir hier sind, was das Leben ausmacht und dankbar sein, für all das Gute, was uns widerfährt. Aber auch dankbar sein, für all das was wir lernen dürfen. Die Schöpfung, unsere Mutter Erde, hält soviel Gutes für uns bereit, wir müssen nur richtig hinschauen, mit offenem Herzen und dem Gefühl für Dinge, die man auf den ersten Blick nicht sehen kann. 

Meine Räuchermischung zu Lughnasadh beinhaltet diesmal:
Beifuß
Salbei
Wacholder
Fichtenharz
Mariengras
Lavendel

Euch allen ein schönes Fest. Nehmt euch Zeit, die Natur zu erkunden, Bäume zu umarmen und in die Stille hinein zu horchen. Dabei wird man Vieles gewahr, was sonst im stressigen Alltag verborgen bleibt.


Sonntag, 14. Juni 2020

Sommersonnenwende/Mitsommer/Litha 20./21. Juni

Litha heißt Licht. Es ist der Beginn des astronomischen Sommers, während auf der Südhalbkugel der astronomische Winter einkehrt.
Wir feiern das Licht mit seiner ganzen Kraft und bedanken uns mit Feuer, Tanz und manch anderen Ritualen. Es beginnt die zweite Hälfte des Jahres, wo alles was gesät wurde, nun wächst und gedeiht. Der wiedergeborene Sonnengott hat seit Jul mit seiner wachsenden Kraft dazu beigetragen, dass alles Leben voranschreitet, größer und stärker wird. Er ist am Höhepunkt seiner Energie angekommen, er erwärmt mit seiner geballten höchsten Kraft die Erde und bereitet uns so die warmen Sommertage. Die Tage werden nun kürzer, das Licht und die Wärme nach und nach schwächer.
Oft steht Vieles bereits in voller Blüte oder ist sogar schon verblüht, bildet Früchte und Samen aus. Auch sie brauchen zum Reifen noch die Wärme der Sonne.
In direkter Verbindung mit Litha steht der christliche Johannistag, der fix auf den 24. Juni festgelegt wurde. Es ist der Geburtstag von Johannes dem Täufer, so wird es im Lukasevangelium angegeben. Ähnlich wie zum Mitsommerfest werden in der Nacht die (Johanni-)Feuer angezündet, um die getanzt wird, um Dämonen und Ernteschäden durch Hagel abzuhalten.
Die Asche dieser Feuer wird über die Felder gestreut, um eine reiche Ernte zu erzielen.
Als Pflanze steht hier vor allem das Johanniskraut im Vordergrund, welches jetzt, in der Hochzeit der Sonne, blüht und das Licht speichert, um es uns an trüben und dunklen Tagen im Winter zu schenken. Schon zur Zeit unserer germanischen Vorfahren war das Kraut sehr bekannt. So wurden daraus Kränze gebunden, auf den Köpfen getragen und zum Schluss auf Haus und Hof geworfen, um die Dämonen endgültig zu vertreiben.

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Echtes Johanniskraut



Rotöl

Botanischer Name: Hypericum perforatum
Familie: Hartheugewächse
Inhaltsstoffe: Hypericin, Gerbstoffe, Flavonoide, ätherisches Öl u.a.
Anwendungen: Verbrennungen (auch Sonnenbrand), strapazierte Haut, stumpfe Verletzungen und entzündete Wunden, Juckreiz, Insektenstiche, Muskelzerrungen, Verspannungen, Ischiasbeschwerden, Trigeminusneuralgie, Wechseljahresbeschwerden, Depressionen, Nervosität, Migräne, Stress, Angstzustände
Wirkungen: ansgstlösend, blutregulierend, antidepressiv, entzündungshemmend, entspannend, schmerzstillend, abschwellend, adstringierend (zusammenziehend)
Erkennungsmerkmale: Zerreibt man eine Blüte zwischen den Fingern, werden sie lila, hält man ein Laubblatt gegen die Sonne, sieht man viele kleine Punkte, dies sind die Öldrüsen, die Blätter sehen aus wie von Nadeln durchlöchert. Deswegen hat die Pflanze ihren Namen (perforatum).
Der Sage nach, soll der Teufel selbst die Löcher aus Wut dem Johanniskraut verabreicht haben. Schon fast hatte er ein junges Mädchen für sich gewinnen können, aber sie rettete sich zu ihrem Glück in einen Johanniskrautbusch. Daraufhin wandte sich der Teufel an das Kraut: "Hartheu, du verfluchtes Kraut, hast geraubt mir meine Braut"
Signaturenlehre: Blüten=rot=Blut; Blätter=durchlöchert wie von Nadelstichen
Beachte: Johanniskraut als Öl oder Salbe aufgetragen, macht die Haut empfindlicher bei Sonneneinstrahlung und kann somit das Gegenteil seiner Heilkraft bewirken.
Pflanzenteile: Blüten und Knospen, das ganze blühende Kraut
Verwendung: Tee, Öl, Tinktur, Auflagen, Umschläge, Fertigpräparate
Als Antidepressionsmittel über einen längeren Zeitraum muss man gewisse standardisierte Fertigpräparate einnehmen, die vom Arzt verschrieben werden. In Kombination mit anderen Medikamenten, wie z.B. Antidepressiva, Antibiotika, Herzglykoside, Antibabypille, kann es zu unerwünschten Wechselwirkungen kommen.



Rezept Johanniskrautöl

Johanniskraut und -knospen an einem sonnigen Tag nach dem Morgentau ernten, zu 1/3 in ein steriles lichtdurchlässiges Schraubglas geben, etwas anstößeln und mit einem guten Basisöl (z.B. Oliven- oder Sonnenblumenöl) auffüllen, bis alle Pflanzenteile bedeckt sind. Mit einem Küchentuch bedecken, so dass Restfeuchte gebunden wird und nicht im Glas verbleibt. Das Glas mit dem Tag der Ernte und dem Namen der Pflanze beschriften. An einen warmen (nicht sonnigen) Platz stellen, täglich schwenken, damit die Inhaltsstoffe gut ins Öl abgegeben werden. Nach ca 3 Tagen kann das Tuch entfernt und mit dem Deckel verschlossen werden. Bis zu 4 Wochen stehenlassen. 
Nach der Ziehzeit wird das Öl in eine dunkle sterile Flasche abgefüllt, kann zu einer Salbe weiter verarbeitet oder als Öl zur Einreibung genutzt werden.



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Anstatt über die Feuer zu springen, wie es früher gemacht wurde, um sich zu reinigen, werden wir uns wieder der Reinigung durch die Kräuterräucherung widmen. Dieses Mal nehme ich für die Mischung:

Beifuß
Sonnenblumenblüten
Johanniskraut
Salbei
Rosenblüten
Quendel
Rosmarin
Lavendel
Eisenkraut
Kornblumenblüten
Engelwurz
Fichtenharz

Natürlich kann man auch andere getrocknete Kräuter verwenden.




Altes wird losgelassen. So werden auch viele der übriggebliebenen getrockneten Kräuter vom letzten Jahr gesegnet und feierlich dem Feuer übergeben. Wer mag, beschreibt Zettel mit Gedanken und Gefühle oder Dinge, die nun nicht mehr gebraucht werden und übergibt sie dann dem Feuer. Auf rollende brennende Kutschenräder verzichten wir diesmal  ;D 

Altäre für die Ahnen werden hergerichtet.

Wer mag kann sich die traditionellen Kräutersträuße binden, aus allem was die Natur nun Blühendes hervorbringt. Sie sollen zur Sonnenwende gepflückt einen besonderen Zauber und die doppelte Wirkkraft innehaben. Im Haus aufgehangen, schützen sie alle, die darin wohnen.



Da die Sonnenwende ein Lostag ist, kann auch orakelt werden, ob mit Runen, Karten oder sonst irgendwas. Hier wird die Zukunft auf den Tisch gelegt. Die Träume in dieser Nacht werden wahr, so sagt man. 




Heilsteine, Amulette und Talismane können jetzt mit der Kraft der Sonne am besten aufgeladen werden.

Tiere und die Naturgeister freuen sich und werden es uns danken, wenn wir ihnen abends zu essen rausstellen.



Euch allen eine schöne Sonnenwendfeier!

Kerstin

Sonntag, 26. April 2020

Beltane (5. Vollmond nach Jul) / Walpurgis vom 30.04. auf den 01.05.




Ausnahmsweise gehen wir heuer nicht nach den Mondphasen, sondern  halten uns an den gregorianischen Kalender, den es natürlich zur Hochzeit der Kelten noch nicht gab, schließlich entstand er erst im 16. Jhdt. Der nächste bzw. 5. Vollmond nach Jul wäre in diesem Jahr der 7.5. 

Die Energien von Beltane sind allerdings schon jetzt stark zu spüren und da der 30. April auch unser Hochzeitstag ist und die Walpurgisnacht auf den gleichen Tag fällt, gesellt sich Beltane einfach dazu. 
Der Name stammt vom keltischen "belo-tenîa" ab und bedeutet "helles Feuer". Wenn nicht jetzt, wann könnte man also dann das Fruchtbarkeitsfest schlechthin feiern? Der Frühling hat bereits die Macht übernommen und so den Winter abgelöst. Es wird wärmer, überall grünt und blüht es und auch wir sind nun schon viel öfter draußen, genießen Garten und Sonne. 





Damals wurden die Schafe und andere Herdentiere auf die Weiden getrieben und damit sie beschützt sind und die Fruchtbarkeit gesteigert wird, wurden einige Rituale abgehalten, wo auch diesmal das Feuer nicht fehlen durfte. Feuer steht für Sonne, Wärme, Wachstum und Licht und es vertreibt die bösen Geister. Auch die Hauseingänge wurden wieder geschmückt mit den ersten blühenden Zweigen wie z.B. Haselnuss, Ginster, Weißdorn...
Kränze als (Kopf-)Schmuck aus dem lila blühenden Gundermann gehörten genauso dazu. Wenn man einen Gundermannkranz trägt, so erkennt man böse Hexen, heißt es.


Glechoma hederacea/Gundermann/Gundelrebe/Eiterkraut
Glechoma hederacea, so der botanische Name, blüht zu dieser Zeit ganz wunderbar. Er wird auch Gundelrebe oder Eiterkraut genannt, denn er hilft bei der Heilung eiternder Wunden, aber auch bei chronischem Husten und Schnupfen, sowie Blasen- und Nierenschwäche. Er wirkt entzündungshemmend, wundheilend und stoffwechselfördernd.
Das ganze Kraut ist essbar, aber Vorsicht, es schmeckt sehr würzig. Im Salat, in Kräuterquark und -butter reichen ein paar Blätter aus, mit den Blüten kann man alles schön verzieren und dekorieren, auch sie sind essbar. Die Blätter kann man als süße Leckerei in geschmolzene Schokolade tunken und auf Backpapier erkalten lassen. Oder ihr legt die Blätter kurz in heißes Fett, so erhält man tolle Kräuterchips. Probiert es aus. Geeignet dazu sind ebenso Salbei- und Brennnesselblätter.


Aber nun zurück zum Maifest:
Auch heute noch wird der Maibaum aufgestellt, es wird getanzt, getrunken, gegessen, eben ausgiebig gefeiert. Die Maitänze um den Baum zeugen von Lebenslust und purer Lebensfreude. Alles gewinnt an Stärke und Kraft. Die Wenigsten wissen, dass es sich hierbei um ein altes Fruchtbarkeitsritual handelt. Der Maibaum steht für das männliche Geschlecht, welches in den Schoß der Mutter gepflanzt wird. Unter ihm wird die Maikönigin gewählt und Junggesellen hoffen darauf, ihre Liebe zu finden.

Nun ist das Tor zur Anderswelt wieder nah und nur von einem sehr dünnen Schleier umgeben. Auch wenn wir jetzt das Licht feiern, so denken wir an diesem Abend sehr intensiv an unsere Urahnen, die Verbindung zu ihnen, die uns hoffen lässt. Das Gefühl der Vereinigung macht sich breit und zwar auf allen Ebenen. Gerade die geistige Verbundenheit zu unserem Inneren, die oft im Alltag keinen Platz findet, wird nun umso deutlicher.



Als das Christentum dann aufkam, sollte das keltische Fest, wie so viele, verbannt werden und so wurde in diesem Zeitraum, nämlich am 1. Mai, der Gedenktag der  hl. Walburga, einer englischen Äbtissin, die im 8. Jhdt lebte, festgelegt und Beltane abgelöst. Zumindest war das die Absicht der Kirche, aber das keltische Fest verschwand nie wirklich. Später dann wurde der Walburgistag auf ihren Todestag, den 25. Februar, verlegt.
Traditionell ist am 30. April die Walpurgisnacht (erstmals erwähnt durch Goethe), die Nacht der Hexen, die in den Tagen davor ihre Flugsalbe gerührt haben und nun zum Brocken fliegen, um dort ihren Hexentanz zu vollziehen.


 

Auch wir werden, wie immer, ein Feuer anzünden und einige Rituale vollziehen. Dazu werden noch getrocknete Kräuter vom letzten Jahr dem Feuer übergeben und natürlich auch geräuchert. Hier ein Beispiel für passende Kräuter zu Beltane:




Natürlich kann man da nach der eigenen Intuition gehen und Kräuter, Harze und andere Räucherstoffe verwenden, die für einen selbst stimmig sind.


Euch allen wünsche ich ein tolles Beltane, eine schöne Walpurgisnacht und einen sonnigen 1. Mai.


Kerstin

Freitag, 20. März 2020

Ostara/Frühlings-Tag- und Nachtgleiche 19.3.-20.3. und das christliche Osterfest

Und schon steht das nächste Jahreskreisfest bevor, auch wenn es keine offizielle Bestätigung gibt, dass es das Fest Ostara je gab und gefeiert wurde.
Von der Kirche wurde der Frühlingsanfang auf den 21. März festgelegt. Die Nächte werden kürzer, die Tage wieder länger. Die Auferstehung des Lichts sorgt für die Wiedergeburt des Lebens.
Nicht zufällig wurde Ostern bzw. das Leiden, der Tod und die Auferstehung Christi in den Frühlingsanfang gelegt. Ostern feiern wir immer am ersten Sonntag nach dem ersten Vollmond nach dem 21.3..
Der März war im antiken Rom der Beginn des neuen Jahres. Der Widder ist das erste von zwölf Tierkreiszeichen, welches auch nun wieder in den Fokus rückt.
Ostara ist das Gegenbild von Mabon, der Herbst-Tag- und Nachtgleiche. Es ist ein Fest der Aussaat, des Lebens mit dem wiederkehrenden Licht und der Ernte. Schon viele Jahre vor unserem christlichen Fest wurde der Sonne, dem Mond und allen Naturgöttern gehuldigt und ihnen zu Ehren Feste mit gewissen Ritualen gefeiert. Gerade im Frühling gab es viele Fruchtbarkeitsfeste und Rituale rund um die Freude am Leben.

Was hat das nun aber alles mit dem Hasen, der die Ostereier bringt, zu tun?
Die Fruchtbarkeits- oder Frühlingsgöttinnen wurden oft in Zusammenhang mit dem Hasen dargestellt. Entweder konnten sie sich selbst in einen Hasen verwandeln oder sie hatten ihn als Begleiter bei sich. So auch die Frühlingsgöttin Eostre der Angelsachsen. Das liegt wohl daran, dass zur Zeit der Frühlings-Tag- und Nachtgleiche die Hasen ihre Jungen bekommen.
Das Ei ist von je her das Fruchtbarkeitssymbol (weibliche Eizelle) schlechthin, denn in ihm entsteht neues Leben. Zu dieser Zeit begann in natürlicher Umgebung und Haltung die Legesaison der Hühner, denn erst das Sonnenlicht und die langen hellen Tage stimulierten die Hühner zum Eier legen. Seitdem galt das Hühnerei als Symbol des wiederkehrenden Lebens.
Wie bekommt man nun die beiden zusammen? Dazu gibt es viele Vermutungen und Überlieferungen. So heißt es z.B., dass der Hase seiner Göttin ein besonderes Geschenk machen wollte. Er fand ein Ei, was ja erstmal nicht außergewöhlich war. Um es zu Verschönern malte er es in allen Farben des Frühlings an. Als er seiner Göttin das Geschenk übergab, war sie so überwältigt von diesem schönen Ei, dass sie ihn bat, noch mehr Eier anzumalen und sie den Kindern zu schenken, die ja auch ein Symbol für neues Leben sind.
So wurde diese Tradition von Generation zu Generation weiter getragen und gilt noch bis heute. Wie wir sehen, vermischt sich auch dieses Fest mit uralten heidnischen Traditionen und dem Christentum.


Wir werden Ostara morgen feiern, da wir uns rituell besser drauf einstimmen können als heute. Wie immer werden wir ein Feuer machen, Stockbrot darüber backen und Smudge Sticks und andere Kräutermischungen verräuchern. Mischen werde ich morgen rein intuitiv, aber es werden ganz sicher Sonnenkräuter dabei sein, Kräuter für Dankbarkeit, Segen und auch für das Leben.

Meine heutige Mischung zur Reinigung und Desinfektion der Raumluft ist diese hier:
Rosmarin
Quendel
Wacholderbeeren und -holz
etwas Kampfer
Holunderblüten und -beeren
Zirbenharz
Maydi-Weihrauch
Sandelholz aus Indonesien
Beifuß, Rainfarn und Königskerze vom Kräuterbuschen aus dem letzen Jahr.



Bleibt gesund und kommt gut durch diese Zeit!

Kerstin

Freitag, 31. Januar 2020

Räuchermischung zu Imbolc



Die Vorbereitungen für Imbolc sind bald abgeschlossen und ich stimme mich rituell schon auf das Lichterfest ein. Ich zünde viele Kerzen an und indirektes Licht wird eingeschaltet bis dann an Brigids Tag alles hell erleuchtet wird. Die geweihte weiße Kerze wird erst an dem Tag angezündet.


Heute habe ich meine Räuchermischung zusammengestellt. Das mache ich, wie immer, intuitiv. Ich habe mich für diese Mischung entschieden:

Johanniskraut - Licht-/Sonnenpflanze, lichtbringend, erhellend
Alantwurzel - Sonnenpflanze, erdend, lösend, harmonisierend
Mädesüß - weckt das innere Kind, bringt Frieden, klärend, fördert Fröhlichkeit
Holunderblüten/-beeren - Pflanze der Holle, klärend, reinigend
Wacholderbeeren - stark reinigend, desinfizierend, klärend, wach machend
Weißer Salbei - stark energetisch und atmosphärisch reinigend, neutralisierend, transformierend





Sonntag, 26. Januar 2020

Imbolc/Fest der Brigid (zunehmender Sichelmond/Vollmond, 1.2., Lichtmess 2.2.)

Merkt ihr es auch? Die Sonne zeigt sich schon wieder vermehrt. Dies ist die Zeit der Lichtgöttin Brigid, welcher wir unser keltisches Jahreskreisfest Imbolc, dem Lichterfest, widmen.
Die Natur erwacht zu neuem Leben. Man meint, dass sich alles regt und streckt nach einer langen Ruhephase. Es tümmelt sich, wirkt aufgeregt und so langsam wird es unruhig unter der Erdoberfläche. Die ersten grünen Sprieße stecken ihren Kopf schon durch und auch die Knospen einiger Sträucher und Bäume zeigen sich, ebenso die Blätter der Birke. Leise und unbemerkt kriecht der Lebenssaft in die Bäume und auch in uns.
Die Zeit der Morrigan bzw der Perchte wird abgelöst von Brigid, die vom Licht umgebende. Auf einem Hirsch reitend weckt sie die Lebensgeister der Pflanzen, rüttelt die Samen auf, bringt die Säfte von Pflanzen, Bäumen, Tieren und Menschen in Fluss und kündigt das helle Halbjahr an.
Die katholische Kirche ernannte den 2. Februar (40 Tage nach Jesu Geburt) zu ihrem Fest "Maria Lichtmess". An diesem Tag endet die Weihnachtszeit und wie das Wort "Lichtmess" schon sagt, werden nun viele Kerzen in der Kirche gesegnet und angezündet.
Am 1. Februar ist der Namenstag der heiligen Brigitte von Kildare, die die Schutzherrin des Viehs ist.
Beim Blasius-Segen, der gegen Halserkrankungen eingesetzt wird, werden 2 Stangenkerzen überkreuz gehalten und die Menschen, die darum bitten, zwischen den Kerzen gesegnet.


Brauchtümer:

Imbolc, das Fruchtbarkeitsfest, wird an unterschiedlichen Zeiten gefeiert. Ich sehe die Jahreskreisfeste immer als Zeitraum und nicht als fixen Termin an, eben so wie sich das Gefühl einstellt. Je nach Region kommen so auch immer verschiedene Tage zustande. Viele nehmen den festen Termin Maria Lichtmess zum Anlass. Aber auch bei zunehmenden Sichelmond oder gar Vollmond kann Imbolc gefeiert werden. Ebenso am Tag vor Lichtmess. Genaue Überlieferungen existieren nicht.
Natürlich spielt auch hier wieder das Feuer eine wesentliche Rolle. Es wärmt und unterstützt jetzt das Licht, die ersten Sonnenstrahlen.
Auf einem kleinen See kann man Schiffchen mit Teelichtern schwimmen lassen.
Mancherorts gibt es Fackelumzüge.


Geweihte Kerzen werden angezündet und durch das Haus getragen, um alle Räume damit zu segnen.
Wir werden auch wieder räuchern und eine Reinigung für Mensch und Haus zelebrieren.
Es ist an der Zeit alles Alte, was noch verblieben ist und nicht mehr gebraucht wird, abzuschütteln. Wir brauchen Platz für das neue Licht, was aus uns herausstrahlen soll, es lässt uns aktiv werden und aus dem Winterschlaf erwachen. Voller Mut und Tatendrang lassen wir uns anstecken von der Natur und die Lebensfreude in uns wach werden, gereinigt von allen Altlasten.
Dies kann man auch in Form von einem Reinigungsbad mit Kräutern oder einer Fastenkur machen. Zum Entrümpeln und für den Frühjahrsputz ist es auch eine gute Zeit.
Die Farben der Brigid sind weiß, grün und rot. Weiß steht für den Winter, grün für die Natur und rot für die Flamme.


Es werden Brigidkreuze gebunden, auch Sonnenkreuze genannt, die gesegnet und geweiht werden und das Haus und alle Bewohner schützen sollen. 

 

Sonntag, 19. Januar 2020

Chinesisches Neujahrsfest/Jahr der Ratte

Am 25. Januar feiern wir wieder das chinesische Neujahrsfest. Wir haben diese Tradition vor Jahren bei uns eingeführt, weil ich dieses Fest sehr spannend finde und mich sehr gerne mit anderen Kulturen vertraut mache. Und natürlich ist es der Tatsache geschuldet, dass mein Mann in Vietnam geboren wurde. Da er in Deutschland aufgewachsen ist, hat er nicht sehr viel von der vietnamesischen Kultur mitbekommen und ist dort ebenso ein Fremder wie ich. So holen wir die Kultur jedes Jahr aufs Neue ins Haus und feiern für uns und im Gedenken an unsere lieben Verstorbenen.
Beim Vorbereiten merke ich immer wieder aufs Neue wie sehr doch auch diese Feste unseren germanischen/keltischen Festen ähneln:
Verehrung der Toten, Hereinbitten der Toten, Licht zur Wegfindung, Dankesräucherungen, Opfergaben zur Stärkung, Besänftigung der Toten, Huldigung der Götter, Schutz vor bösen Geistern.

Wir befinden uns nun schon in den Vorbereitungen. Die Farbe Rot spielt dabei eine große Rolle, denn Rot ist die Farbe des Glücks, des Reichtums, der Liebe.
Der Altar ist somit auch sehr rötlich gestaltet. Das ist immer eine Herausforderung, da ich rot eigentlich nicht zu meinen Dekofarben zähle. Es hat sich aber im Laufe der Jahre einiges angesammelt, was dann wieder Verwendung findet.


Die Mutter aller Mütter, eine hohe Gottheit, (wohl unserer Gottesmutter Maria ähnlich) steht bei all den Festlichkeiten über allem. So wird sie erhöht auf einem Podest aufgestellt, wo sie den Blick über alles schweifen lassen kann.
Fotos der Verstorbenen werden unter ihr platziert.


Rote Umschläge an Zweigen gehangen, sollen Geldsorgen fernhalten. Der Altar wird zudem mit Blumen geschmückt. Die Christrosen stammen aus unserem Garten, ebenso die Zweige, dieses Jahr habe ich Magnolienzweige und Korkenzieherweide genommen.
Räuchern im Buddhismus ist ja nicht wegzudenken und ist eine Selbstverständlichkeit bei der Götteranbetung, ebenso wie es bei den Christen der Weihrauch ist oder bei den Kelten die Kräuter und Harze waren, die bei sämtlichen Gelegenheiten verräuchert wurden.
Eine Klangschale beginnt und beendet das Ritual.


Opfergaben in Form von Obst, hier erstmal nur Äpfel, der Rest kommt noch, sind ebenso ein Muss. Schließlich macht eine lange Reise hungrig.


Traditionell werden liebe Verwandte eingeladen und der erste der im neuen Jahr an der Tür klingelt, steht dafür, wie gut es das neue Jahr mit den Hausbewohnern meint. Hoffen wir, dass es kein Geldeintreiber ist. ;D
Zu Essen gibt es den Klebreiskuchen, der sehr aufwändig in der Herstellung ist, den ich nur einmal selbst angefertigt habe und mich nun darüber freue, dass unser Chinaladen in der Stadt immer einen für uns parat hat. Aber man muss es mal gemacht haben.
Dazu gibt es verschiedene andere Gerichte. Wir haben uns auf Pekingsuppe, Banh Bao (Hefeteig mit Fleischfüllung), Frühlingsrollen und einige kleine Häppchen geeinigt. Glückskekse sind natürlich auch mit am Start.
Alles in allem soll es ein schöner Abend mit lieben Menschen werden. Wenn ihr noch mehr darüber wissen möchtet, ich verlinke euch hier mal zu meinem anderen Blog, wo ich schon 2012 über das Têt-Fest geschrieben habe: *klick*

Samstag, 4. Januar 2020

Die Weisen aus dem Morgenland

Im Laufe der Jahrhunderte sind aus den Weisen, die dem Stern folgten, Könige geworden. Dies ist der Übersetzung von "Magier" geschuldet. Im Matthäus-Evangelium - übrigens ist Matthäus der einzige, der die Weisen erwähnt - ist die Sprache von Sterndeutern, Magiern und Weisen. Dass es drei gewesen sein sollen steht nirgends geschrieben, ebenso gibt es keine Namen. Später, im 3. Jhdt hat man anhand der Geschenke - Gold, Weihrauch und Myrrhe - vermutet, dass es derer 3 gewesen sind.
Gold war das kostbarste Gut, Myrrhe steht für das Menschsein und den Schmerz, Weihrauch für das Göttliche.
Im 7. Jhdt kamen die heute bekannten Namen dazu: Caspar (= persisch für Hüter des Schatzes), Melchior (= hebräisch für Mein König ist das Licht) und Balthasar (= babylonisch für Gott schützt das Leben). Davor kannte man sie unter ihren hebräischen Namen Damscus, Appelius und Amerius.
Meist wird Caspar als dunkelhäutiger Afrikaner mit dem Geschenk der Myrrhe, Melchior aus dem europäischen Raum stammend mit Gold und der aus Asien stammende  Balthasar mit Weihrauch, dargestellt.
Möglicherweise stecken hinter den drei Weisen babylonische Priesterkasten, die bereits zu diesen Zeiten große Ahnung von Astronomie hatten.

Was hat es nun mit dem Stern von Bethlehem auf sich? 
Ein Komet, wie so oft dargestellt, war er wohl sicher nicht. Denn zu früheren Zeiten verhießen Kometen nichts Gutes, sie brachten Unheil und nicht die frohe Botschaft eines neuen Königs. 
Es ist so, dass Recherchen ergeben haben, dass im Jahre 7 v. Chr. eine dreifache Saturn-Jupiter-Konjunktion stattfand und zwar zu den Daten: 27.5., 6.10. und 1.12. Das bedeutet, dass die Planeten anders als sonst am Himmel erschienen, nämlich als ein großer strahlender Stern. 
Sagen zufolge galt Jupiter bereits vor dieser Sichtung als Königsplanet und der Saturn war dem Volke Israel zugeordnet. Beide standen zu dieser Zeit im Sternbild Fische, welches für Judäa steht. 
Seit dem späten Mittelalter geht man also davon aus, dass diese Konstellation den Stern von Bethlehem darstellt. 

Jupiter und Saturn sind sich im Jahr -6 im Sternbild Fische begegnet – der Stern von Bethlehem war das sicher nicht (Stellarium)
Quelle: deutschlandfunk.de

Jetzt zum Dreikönigstag erinnern die Sternsinger katholischer Gemeinden an die drei Weisen aus dem Morgenland und sammeln Spenden an den Türen der Gemeindemitglieder, meist für Kinder in der Not in fernen, armen und kriegsbetroffenen Ländern. Zu viert (die 3 Könige und 1 Sternträger) ziehen sie von Haus zu Haus und singen ihre Lieder oder tragen ihre Texte vor. Mit Kreide zeichnen sie die Buchstaben C + M + B an die Häuser, umrahmt von der aktuellen Jahreszahl (20 * C + M + B + 20).
C, M und B stehen nicht, wie oft irrtümlich angenommen, für die Anfangsbuchstaben der Namen, sondern für: Christus Mansionem Benedicat, was übersetzt "Christus segne dieses Haus" bedeutet.

Liebe Grüße, Kerstin