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Samstag, 6. November 2021

Hustenbonbons schnell und einfach selbst gemacht

Hier habe ich ein wirklich schnell gemachtes Rezept für Hustenbonbons. An Kräutern eignen sich u.a. Thymian, Quendel, Salbei, Schlüsselblumenblüten, Königskerzenblüten, Malvenblüten und -blätter, Kamilleblüten.



Was ihr braucht:

300g Erythrit oder Birkenzucker
2-3 EL getrocknete pulverisierte Kräuter
1 Bonbonform oder Backblech

Zubereitung:

Erythrit unter Rühren in einem Topf erhitzen bis es schmilzt und ein klares Aussehen hat.
Dann die Kräuter unterrühren. Entweder in eine Bonbonform oder die Flüssigkeit dünn auf ein Backblech geben. Nach dem Trocknungsprozess können die erkalteten Bonbons nun aus der Form genommen und in Gläser abgefüllt werden. Die auf dem Backblech hart gewordene Masse wird in mundgerechte Stücke geteilt und auch gut verschlossen aufbewahrt.


Bei Bedarf im Mund zergehen lassen.

Bleibt gesund!

Donnerstag, 10. Juni 2021

Kräutersträuße binden

Jetzt sind wir schon fast wieder in der Junihälfte angekommen. Die Sonne lacht uns hier seit Tagen an, alles im Garten steht in saftigem Grün und die bunten Blüten sind eine Augenweide. 



In der Zeit um Litha geht die Kräuterernte wieder los und so ist es auch ein schönes Ritual zur Sommersonnenwende Kraftsträuße oder Räuchersticks zu binden. Man sagt, dass die Kräuter und Pflanzen zur Zeit des Johanni ganz besonders starke Kräfte besitzen, kein Wunder, es ist die Hoch-Zeit der Pflanzenwelt. Schon aus Überlieferungen wissen wir, dass vor allem die Zahl 9 (3x3) eine magische Bedeutung hat, so kommen auch in die Sträuße 9 verschiedene Kräuter. Da ist jedem selbst überlassen, welche Kräuter verwendet werden, Voraussetzung ist natürlich, dass man sie kennt und das sie, je nachdem wie man später damit verfahren möchte, nicht stark giftig sind. Schön ist auch, bevor man auf die Kräutersuche geht, sich Gedanken macht, welche Kräuter man sammeln möchte bzw welche Bedeutung sie für einen selbst haben und für denjenigen, den man damit beschenken möchte. Andererseits ist es auch spannend, beim Spaziergang ganz "zufällig" auf Kräuter zu stoßen, die einem spontan zusagen.
Hier nur ein paar Beispiele: Beifuß, Ringelblume, Schafgarbe, Johanniskraut, Eisenkraut, Spitzwegerich, Königskerze, Labkraut, Ackerschachtelhalm, Malve, Kornblume, Kamille, Salbei...



Kräuter werden nur in einer Trockenperiode (mind. 3 Tage kein Regen) gesammelt, um Schimmelbildung zu vermeiden und die volle Wirkkraft zu erhalten. Am besten nimmt man dazu eine Kupfersichel oder knipst sie mit den Fingernägeln ab. Eisen soll die Wirkkraft hemmen. 
Wenn ihr die Kräuter zu einem Räucherbündel binden möchtet, so lasst sie nach der Ernte zunächst etwas antrocknen, legt sie dann zu einem dicken Bündel zusammen und fixiert sie mit einem dünnen Baumwollfaden. Ich nehme auch gerne eine Schnur aus Brennnesselfasern. Jetzt werden die Bündel an einem dunklen, gut durchlüfteten und trockenem Ort aufgehängt. Sobald sie rascheln, sind sie fertig. Zum Räuchern zündet man den vorderen Teil an und pustet die Flamme aus, dass es nur noch raucht. Dazu kann man selbstgewählte Worte sprechen. Ursprünglich bat man die Naturwesen und Götter um Gesundheit, Schutz vor Unwettern und eine gute Ernte. 


Den Kräuterstrauß kann man in einem Raum aufhängen, wo man sich oft aufhält. Dort soll er schützend und reinigend wirken. Wer mag, kann auch einzelne Kräuter im Laufe des Jahres herausschneiden und eine Räucher- oder Teemischung (vorausgesetzt es sind natürlich genießbare Kräuter) daraus erstellen. Eine schöne Idee ist auch, den Strauß jemandem zu schenken, dem man Glück und Gesundheit wünscht. 

Viel Freude beim Sträuße binden!

Kerstin

Freitag, 16. Oktober 2020

Samhain 11. Neumond nach Yule/All Hallows Eve/Halloween 31.10.

Samhain (sprich: Sawen) ist ein weiteres Ahnenfest und hat einen irisch-keltischen Ursprung, welches laut Überlieferung am 11. Neumond nach Yule gefeiert wurde (heute auch für einige ein fixer Termin in der Nacht vom 31.10. auf den 1.11.) und die Ahnen besonders geehrt wurden. Es ist sozusagen das Neujahrsfest der Kelten, denn mit diesem Fest beginnt das neue Jahr. Das mag uns irritieren, weil nun ja erst die dunkle Jahreszeit anbricht. Doch im dunklen entsteht neues Leben, so auch unseres, nämlich im Mutterleib. Unsere Entwicklung findet im Dunklen statt und wenn wir bereit sind, gehen wir dem Licht entgegen. Auch der Tod beginnt wieder mit Dunkelheit und "endet" im Licht. Zu dieser Jahreszeit zieht sich alles Pflanzliche zurück in den Schoß von Mutter Erde. Frau Holle nimmt sich ihrer Seelen an und nimmt sie mit ins Totenreich und bewacht alles was zur Ruhe kommt. Der Sonnengott Lugh zieht sich ebenso zurück und sein Hirsch wird besiegt. Die Zeit der Ruhe beginnt und somit ist auch die Erntezeit nun vollends vorbei.  

Da die Schleier zur Anderswelt zu dieser Zeit sehr dünn sind, können Geister nun wieder in unsere Welt eintreten. Für alle lieben Verstorbenen werden Kerzen angezündet und Feuer entfacht, damit sie den Weg nach Hause finden, Essen und Trinken wird für sie bereit gestellt, denn sie haben eine lange Reise hinter sich. 

Durch den Schleier können allerdings auch die bösen Geister reisen und so wurden damals aus Rüben Fratzen geschnitzt, um die Geister abzuhalten ins Haus zu kommen. Masken wurden gebastelt, um ihnen vorzugaukeln, man sei einer von ihnen. Vor allem aber Krach und Radau sollte die bösen Geister abschrecken, haften zu bleiben. Als die irischen Kelten dann nach Amerika auswanderten, haben sie ihre Traditionen weiter geführt, doch anstatt in Rüben schnitzten sie von nun an ihre Fratzen in Kürbisse. 


Mit der modernen Welt entwickelte sich daraus immer mehr das heute bekannte "Halloween", abgeleitet von "All hallows eve", dem Abend vor Allerheiligen. Die Kirche übernahm dieses Fest der Totenverehrung aus dem Heidentum und blieb auch in der Jahreszeit. So wird seither am 1.11. den Heiligen gedacht und am 2.11. allen verstorbenen Seelen. Große Feste im Kirchenjahr. Die Gräber werden nun wieder besonders schön bepflanzt und viele Kerzen aufgestellt. 

Samhain wurde leider immer mehr kommerzialisiert und bekam den neuen Namen "Halloween". So sah vor allem die Süßigkeitenbranche eine wunderbare Einnahmequelle. Unsere Kinder verkleiden sich heutzutage als die bösen Geister, die von Tür zu Tür gehen und um Opfergaben (Süßigkeiten) "bitten". Und sollten sie nichts bekommen, so bleiben sie da und spuken ums Haus. "Wir sind die kleinen Geister und mögen gerne Kleister und wollt ihr uns nichts geben, so bleiben wir hier kleben." ist einer der gefürchteten Sprüche. ;D

Man spürt, dass etwas in der Luft liegt, eine Art Spannung umgibt uns, die Atmosphäre verändert sich und lässt man sich darauf ein, wird man selbst ruhiger und zieht sich aus dem hektischen Alltag zurück, sofern es dann machbar ist. Ich verarbeite zu dieser Zeit die getrockneten Kräuter, Öle und Tinkturen. So entstehen Salben, Cremes, Bonbons, Nervenkekse nach Hildegard von Bingen, Teemischungen und noch Vieles mehr.

An Samhain backe ich immer das Totenbrot, auch "Pan de muerto" oder "Seelenbrot" genannt. 

Ich nehme dafür immer dieses Rezept: https://m.geo.de/geolino/kinderrezepte/17843-rtkl-rezept-pan-de-muerto?fbclid=IwAR3trG2AEb5-hIK6qYEAGEOpKiKtPu1Dl6g5a6wdlj4zjVNY9_Wf0pTMDm8


Es heißt, dass jeder Bissen eine verlorene Seele erlöst. Ist doch ein schöner Gedanke und man selbst hat auch noch was davon. 

Zur Räucherung gehört für mich allen voran der Beifuß. Nicht umsonst wird er der Wächter der Tore genannt. Er ist Helfer für den Übergang und Begleiter der Seelen. 
Wacholderbeeren, Holunderblüten, Kornblumenblüten, Lorbeerblätter, Engelwurz, weißer Salbei, Fichtenharz, Eisenkraut und Eichenrinde sind nur Beispiele für weitere passende Räucherstoffe. Da kann sich jeder selbst etwas zusammenstellen. 
Wenn einem die Traurigkeit überkommt kann man noch Tee aus Johanniskraut, Melisse, Lavendel, Passionsblume oder Hopfen mischen. Achtung bei Johanniskraut! Es kann zu Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten, z.B. Antidepressiva, Blutdrucktabletten etc kommen. Da bitte zuvor den Arzt fragen!


Samstag, 18. Juli 2020

Lughnasadh/Fest der Schnitterin/Lammas, 8. Vollmond nach Jul

Leopold von Kalckreuth, 1888
Kaum steht alles in voller Blüte, fangen die Pflanzen nun auch schon an Früchte zu tragen oder sich zu versamen. Der Spätsommer, und damit die Zeit der Ernte, ist eingeläutet. Das ist die Zeit von Lughnasadh, dem Fest der Schnitterin, auch Lammas genannt.  Mit Schnitterin ist die Getreidemäherin, die Sensenfrau, gemeint, die das Korn einholt und die Speicher auffüllt. Der Sonnengott Lugh (Feuer/Licht) ist bereit, sich zurück in die Erde zu begeben, denn seine Kraft hat er an die Pflanzen weitergegeben, seine Arbeit ist getan.
Auch die Wirkstoffe vieler Pflanzen ziehen sich bald in die Wurzeln zurück und so ist es nicht nur ein Sterben der oberirdischen Teile, sondern auch der Beginn des langen Schlafes der Lebenssäfte, die nun unterirdisch, im Reich der Frau Holle, auf das Frühjahr warten. Pflanzen, die nicht überdauern, sorgen mit Pollen und Samen dafür, dass ihre Gattung nicht ausstirbt, der Kreislauf des Lebens, er endet nicht. 
Die ersten Kornähren werden den Göttern geopfert und Dankbarkeitsrituale für die reiche Ernte durchgeführt. Man kann auch Strohpuppen basteln und diese dem Feuer übergeben. Aus der ersten Ernte werden Brotlaibe gebacken, geopfert und verköstigt.  
Jetzt steht auch das kirchliche Fest Maria Himmelfahrt am 15.8. an. Ein alter Brauch ist es Kräuterbuschen zu binden und weihen zu lassen. Dabei ist die Anzahl der Kräuter sehr wichtig.
7 Kräuter für die Schöpfungstage
9 Kräuter für die 3x3, Verstärkung der Dreifaltigkeit
12 Kräuter für die Apostel, die Jünger Jesu
14 für die Nothelfer usw



Getrocknet als Teekräuter, zum Schutz oder für Räucherungen haben diese Kräutersträuße ihren Nutzen. Bei Krankheit hängte man in früheren Zeiten den geweihten Strauß mit ins Krankenzimmer, um eine baldige Genesung voranzutreiben. Denn der geweihte Strauß, so sagt man, enthält doppelte Wirkkraft. Das Vieh hat vom geweihten Strauß was mit unters Futter bekommen, um gesund zu bleiben oder kranken Tieren zur Heilung zu verhelfen.


Die Kräuterbuschen vom letzten Jahr und alles Alte, was man loslassen möchte und durch Neues ersetzen kann, übergibt man nun dem Feuer als Dank an Mutter Erde, von der wir aus dem Vollen schöpfen können!
Lasst uns das Fest begehen, indem wir uns besinnen, warum wir hier sind, was das Leben ausmacht und dankbar sein, für all das Gute, was uns widerfährt. Aber auch dankbar sein, für all das was wir lernen dürfen. Die Schöpfung, unsere Mutter Erde, hält soviel Gutes für uns bereit, wir müssen nur richtig hinschauen, mit offenem Herzen und dem Gefühl für Dinge, die man auf den ersten Blick nicht sehen kann. 

Meine Räuchermischung zu Lughnasadh beinhaltet diesmal:
Beifuß
Salbei
Wacholder
Fichtenharz
Mariengras
Lavendel

Euch allen ein schönes Fest. Nehmt euch Zeit, die Natur zu erkunden, Bäume zu umarmen und in die Stille hinein zu horchen. Dabei wird man Vieles gewahr, was sonst im stressigen Alltag verborgen bleibt.


Sonntag, 14. Juni 2020

Sommersonnenwende/Mitsommer/Litha 20./21. Juni

Litha heißt Licht. Es ist der Beginn des astronomischen Sommers, während auf der Südhalbkugel der astronomische Winter einkehrt.
Wir feiern das Licht mit seiner ganzen Kraft und bedanken uns mit Feuer, Tanz und manch anderen Ritualen. Es beginnt die zweite Hälfte des Jahres, wo alles was gesät wurde, nun wächst und gedeiht. Der wiedergeborene Sonnengott hat seit Jul mit seiner wachsenden Kraft dazu beigetragen, dass alles Leben voranschreitet, größer und stärker wird. Er ist am Höhepunkt seiner Energie angekommen, er erwärmt mit seiner geballten höchsten Kraft die Erde und bereitet uns so die warmen Sommertage. Die Tage werden nun kürzer, das Licht und die Wärme nach und nach schwächer.
Oft steht Vieles bereits in voller Blüte oder ist sogar schon verblüht, bildet Früchte und Samen aus. Auch sie brauchen zum Reifen noch die Wärme der Sonne.
In direkter Verbindung mit Litha steht der christliche Johannistag, der fix auf den 24. Juni festgelegt wurde. Es ist der Geburtstag von Johannes dem Täufer, so wird es im Lukasevangelium angegeben. Ähnlich wie zum Mitsommerfest werden in der Nacht die (Johanni-)Feuer angezündet, um die getanzt wird, um Dämonen und Ernteschäden durch Hagel abzuhalten.
Die Asche dieser Feuer wird über die Felder gestreut, um eine reiche Ernte zu erzielen.
Als Pflanze steht hier vor allem das Johanniskraut im Vordergrund, welches jetzt, in der Hochzeit der Sonne, blüht und das Licht speichert, um es uns an trüben und dunklen Tagen im Winter zu schenken. Schon zur Zeit unserer germanischen Vorfahren war das Kraut sehr bekannt. So wurden daraus Kränze gebunden, auf den Köpfen getragen und zum Schluss auf Haus und Hof geworfen, um die Dämonen endgültig zu vertreiben.

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Echtes Johanniskraut



Rotöl

Botanischer Name: Hypericum perforatum
Familie: Hartheugewächse
Inhaltsstoffe: Hypericin, Gerbstoffe, Flavonoide, ätherisches Öl u.a.
Anwendungen: Verbrennungen (auch Sonnenbrand), strapazierte Haut, stumpfe Verletzungen und entzündete Wunden, Juckreiz, Insektenstiche, Muskelzerrungen, Verspannungen, Ischiasbeschwerden, Trigeminusneuralgie, Wechseljahresbeschwerden, Depressionen, Nervosität, Migräne, Stress, Angstzustände
Wirkungen: ansgstlösend, blutregulierend, antidepressiv, entzündungshemmend, entspannend, schmerzstillend, abschwellend, adstringierend (zusammenziehend)
Erkennungsmerkmale: Zerreibt man eine Blüte zwischen den Fingern, werden sie lila, hält man ein Laubblatt gegen die Sonne, sieht man viele kleine Punkte, dies sind die Öldrüsen, die Blätter sehen aus wie von Nadeln durchlöchert. Deswegen hat die Pflanze ihren Namen (perforatum).
Der Sage nach, soll der Teufel selbst die Löcher aus Wut dem Johanniskraut verabreicht haben. Schon fast hatte er ein junges Mädchen für sich gewinnen können, aber sie rettete sich zu ihrem Glück in einen Johanniskrautbusch. Daraufhin wandte sich der Teufel an das Kraut: "Hartheu, du verfluchtes Kraut, hast geraubt mir meine Braut"
Signaturenlehre: Blüten=rot=Blut; Blätter=durchlöchert wie von Nadelstichen
Beachte: Johanniskraut als Öl oder Salbe aufgetragen, macht die Haut empfindlicher bei Sonneneinstrahlung und kann somit das Gegenteil seiner Heilkraft bewirken.
Pflanzenteile: Blüten und Knospen, das ganze blühende Kraut
Verwendung: Tee, Öl, Tinktur, Auflagen, Umschläge, Fertigpräparate
Als Antidepressionsmittel über einen längeren Zeitraum muss man gewisse standardisierte Fertigpräparate einnehmen, die vom Arzt verschrieben werden. In Kombination mit anderen Medikamenten, wie z.B. Antidepressiva, Antibiotika, Herzglykoside, Antibabypille, kann es zu unerwünschten Wechselwirkungen kommen.



Rezept Johanniskrautöl

Johanniskraut und -knospen an einem sonnigen Tag nach dem Morgentau ernten, zu 1/3 in ein steriles lichtdurchlässiges Schraubglas geben, etwas anstößeln und mit einem guten Basisöl (z.B. Oliven- oder Sonnenblumenöl) auffüllen, bis alle Pflanzenteile bedeckt sind. Mit einem Küchentuch bedecken, so dass Restfeuchte gebunden wird und nicht im Glas verbleibt. Das Glas mit dem Tag der Ernte und dem Namen der Pflanze beschriften. An einen warmen (nicht sonnigen) Platz stellen, täglich schwenken, damit die Inhaltsstoffe gut ins Öl abgegeben werden. Nach ca 3 Tagen kann das Tuch entfernt und mit dem Deckel verschlossen werden. Bis zu 4 Wochen stehenlassen. 
Nach der Ziehzeit wird das Öl in eine dunkle sterile Flasche abgefüllt, kann zu einer Salbe weiter verarbeitet oder als Öl zur Einreibung genutzt werden.



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Anstatt über die Feuer zu springen, wie es früher gemacht wurde, um sich zu reinigen, werden wir uns wieder der Reinigung durch die Kräuterräucherung widmen. Dieses Mal nehme ich für die Mischung:

Beifuß
Sonnenblumenblüten
Johanniskraut
Salbei
Rosenblüten
Quendel
Rosmarin
Lavendel
Eisenkraut
Kornblumenblüten
Engelwurz
Fichtenharz

Natürlich kann man auch andere getrocknete Kräuter verwenden.




Altes wird losgelassen. So werden auch viele der übriggebliebenen getrockneten Kräuter vom letzten Jahr gesegnet und feierlich dem Feuer übergeben. Wer mag, beschreibt Zettel mit Gedanken und Gefühle oder Dinge, die nun nicht mehr gebraucht werden und übergibt sie dann dem Feuer. Auf rollende brennende Kutschenräder verzichten wir diesmal  ;D 

Altäre für die Ahnen werden hergerichtet.

Wer mag kann sich die traditionellen Kräutersträuße binden, aus allem was die Natur nun Blühendes hervorbringt. Sie sollen zur Sonnenwende gepflückt einen besonderen Zauber und die doppelte Wirkkraft innehaben. Im Haus aufgehangen, schützen sie alle, die darin wohnen.



Da die Sonnenwende ein Lostag ist, kann auch orakelt werden, ob mit Runen, Karten oder sonst irgendwas. Hier wird die Zukunft auf den Tisch gelegt. Die Träume in dieser Nacht werden wahr, so sagt man. 




Heilsteine, Amulette und Talismane können jetzt mit der Kraft der Sonne am besten aufgeladen werden.

Tiere und die Naturgeister freuen sich und werden es uns danken, wenn wir ihnen abends zu essen rausstellen.



Euch allen eine schöne Sonnenwendfeier!

Kerstin

Montag, 1. Juni 2020

Ein Herbarium erstellen

Wenn ihr eure Umgebung erkundet habt, so seid ihr bestimmt schon über das ein oder andere Kraut gestolpert, habt euch vielleicht informiert, um was es sich handelt oder habt sogar schon an einer Kräuterwanderung teilgenommen. Um das dort Erlernte möglichst gut behalten zu können, ist es sehr hilfreich ein Herbarium zu erstellen. So habt ihr alles auf einen Blick, was ihr wissen müsst.
Das Wort Herbarium leitet sich von herba (=Kraut) ab und ist der Begriff für eine Sammlung von getrockneten Pflanzen und Kräutern, im Idealfall mit Monographien. Es ist nicht nur effektiv, sondern macht auch Spaß es zu gestalten.
Es gibt verschiedene Arten von Herbarien. Manche gibt es bereits als gebundenes Buch zu kaufen. Der Nachteil ist, dass es vorgeschriebene Pflanzen sind und die muss man erstmal in der eigenen Umgebung finden. Zudem sind es wohl oft nicht die Kräuter, die man gerne selbst näher kennenlernen möchte.
Ich selbst finde es schöner und vor allem persönlicher, wenn man sich sein eigenes Herbarium erstellt. Dazu braucht es gar nicht viel, ein einfacher Aktenordner reicht vollkommen aus. Hier ist der Vorteil zu einem selbst gestalteten Buch, dass man die Kräuter nach dem Alphabet sortieren kann. Denn ein Herbarium gestaltet sich nicht nur in einer Saison, sondern kann über viele Jahre immer wieder erweitert werden.



Doch bevor ihr damit anfangt, müsst ihr die Kräuter pressen, damit sie Farbe und Form behalten und sie so einen bestmöglichen Wiedererkennungswert haben. Dazu nutze ich eine eigens gebaute Pflanzenpresse. Sie besteht aus zwei quadratischen Holzbrettern. An den Ecken habe ich Löcher gebohrt, in denen ich recht lange Flügelschrauben gesteckt habe.
Dazwischen habe ich Pappzuschnitte gelegt. Wer mag, kann sie natürlich noch schön anmalen. Meine Presse hat schon einige Jahre auf dem Buckel, aber solange sie noch standhält, wird sie genutzt.


Und dann kann es losgehen, wenn es denn der richtige Zeitpunkt zur Entnahme des Krauts ist. Das wäre dann einmal zur Zeit der Blüte, aber auch im Herbst, wenn man den Fruchtstand verewigen möchte.
Ihr entnehmt der Pflanze einen blühenden Stängel möglichst mit gut erkennbaren Blättern, legt diesen auf ein Stück Zeitungspapier, schreibt dazu, um was für eine Pflanze es sich handelt, wann und wo ihr sie gepflückt habt und legt ein Stück Zeitungspapier darüber. Dies kommt nun zwischen zwei Pappstücken der Presse. So verfahrt ihr mit anderen Kräutern, bis der Platz in der Presse aufgebraucht ist. Die Presse nun fest zuschrauben, so dass ein höherer Druck entsteht und die Kräuter für ca 3-4 Wochen an einem dunkleren, aber warmen Ort trocknen lassen.
Wer keine Presse hat, kann auch ein schweres Buch nehmen und die Kräuter zwischen die Seiten legen. Auch hier Zeitungspapier nehmen, sonst gibt es unschöne Flecken. Zum Schluss das Buch nochmals beschweren.
Nach der Trocknungszeit ist es endlich soweit, euer Herbarium kann gefüllt werden. Hier gibt es auch wieder unterschiedliche Arten dies zu gestalten. Ihr könnt die Kräuter mit Klebestreifen auf ein Blatt fixieren und z.B. geschützt in Prospekthüllen lagern, ihr könnte Fotobücher mit selbstklebenden Seiten nutzen oder ihr macht es wie ich, ihr laminiert die Kräuter einfach ein. Dazu legt ihr den Stängel erstmal so auf das Blatt, wie ihr es gerne haben möchtet. Dann geht es an die Beschriftung. Oben kommt der allgemein bekannte Name hin, darunter habe ich den botanischen Namen geschrieben, danach die Familie, wo und wann gesammelt wurde, die Wirkungen, Inhaltsstoffe, Anwendungen, was von dem Kraut genommen wird, sowie noch weitere Notizen. Aber auch da habt ihr freie Hand, je nachdem was für euch wichtig ist.
Solltet ihr kein Buch zur Hand haben kann ich euch das Kräuterlexikon von Eva Marbach sehr empfehlen.
Danach wird einlaminiert, gelocht und eingeheftet.

Hier habe ich euch mal ein paar Beispiele aus meinem Herbarium abfotografiert:

Das Praktische eines Aktenordners kommt hier nochmal zur Geltung. Findet man noch andere wichtige Seiten oder Informationen über das Kraut, kann man diese einfach dazu heften. 


Ich habe mir zu fast jedem Kraut Seiten aus dem kräuter-verzeichnis ausgedruckt. Die Seite kann ich sehr empfehlen, da sie viel Wissenswertes über (Heil-)Kräuter bereithält.














Falls ihr Fragen habt, immer her damit.
Ich wünsche euch ganz viel Spaß beim Befüllen eures eigenen Herbariums!

Kerstin

Montag, 24. Februar 2020

Bärlauch erkennen

Kaum startet die Bärlauchsaison kommt es wieder zu Unsicherheiten und Diskussionen, wie man Bärlauch von giftigen vermeintlichen Doppelgängern unterscheidet. Ich möchte euch hier den gesunden Bärlauch näher bringen, der nun schon in manchen Teilen von Deutschland aus der Erde schaut.
Bärlauch (Allium ursinum) hat wegen der Inhaltsstoffe eine ähnliche Wirkung wie Knoblauch. Er besitzt u.a. Alliin, Alliciin, ätherische Öle, Vitamin C, Eisen, Magnesium und Senfölglykoside.
Die Inhaltsstoffe wirken antibiotisch, entzündungshemmend, tonisierend, krampflösend, adstringierend, schleimlösend und noch vieles mehr.
Eingenommen wirkt er sich positiv auf unsere Blutgefäße aus, kann den Cholesterinspiegel senken und regt den Stoffwechsel an. Somit ist er für eine Frühjahrskur wunderbar geeignet.
Abgesehen davon, dass er ganz toll schmeckt und sich der Knoblauchgeruch nicht auswirkt. So kann man ihn getrost essen, auch wenn man danach noch außer Haus möchte. ;)
Da haben wir ihn nun, weit und breit Bärlauch wohin man sieht und schon von Weitem ist sein Geruch unverkennbar.


Beim Ernten gilt es jedoch wachsam zu sein, denn nur allein der Geruch kann nicht ausschlaggebend dafür sein, dass es sich um Bärlauch handelt. Klar, reibt man an einem Blatt und riecht es nach Knoblauch, hat man den Bärlauch vor sich. Aber nun hat man den Knoblauchgeruch an den Händen und jedes weitere Blatt, ob Bärlauch oder nicht, riecht vermeintlich nach Knoblauch. Das ist nicht nur gefährlich, sondern u.U. auch lebensbedrohlich. 
Deswegen möchte ich euch weitere Unterscheidungsmerkmale nicht vorenthalten.
Hier auf dem Foto seht ihr Bärlauch mit Aronstab. Beide brauchen dieselben Bedingungen und teilen sich somit einen Standort. Zunächst zeigen beide nur ihre Blätter, die Blüten kommen später. 
Die hier hellgrün schimmernden Blätter, deren Adern deutlich zu erkennen sind, gehören dem giftigen Aronstab, die mattgrünen Blätter mit parallel laufenden Adern dem Bärlauch. Später sind die Blätter sehr gut auseinander zu halten, da der Aronstab 2 Spitzen am unteren Blattende hat, der Bärlauch nicht. Aber wenn ihr das kleine Blatt rechts in der Mitte anschaut, kann ein nicht geschultes Auge schon mal davon ausgehen, dass es sich um Bärlauch handelt. Es ist allerdings ebenso ein Aronstabblatt.


Hier mal eine kleine Auflistung, wodurch sich der Bärlauch von anderen Arten unterscheidet:

- Knoblauchgeruch
- matte Blattunterseite
- recht dünne, zarte Blätter
- breit ovale Blätter an je einem Stiel, einzeln aus der Erde ragend
- parallel verlaufende Adern
- stark ausgeprägte mittlere Ader auf der Rückseite
- knickt man den Stiel, knackt es

Beachtet man nun alle Merkmale, ist eine Verwechslung ziemlich auszuschließen.

Und hier noch ein leckeres Bärlauchpesto-Rezept:

200 g Bärlauch
150 ml Hanf- oder Walnussöl
100 g Pinienkerne
60 g Parmesan (optional)
1 TL Salz

Die Pinienkerne ohne Fett in einer Pfanne anrösten. Bärlauch waschen, trocken tupfen und klein schneiden. Alle Zutaten in einen Mixer geben oder mit dem Pürierstab zu einem Pesto verarbeiten.
In heiß ausgekochte, sterilisierte Gläser füllen und mit Öl bedecken. Im Kühlschrank hält es sich mehrere Wochen, je nachdem wie sauber gearbeitet wurde.