Kerstin
Sonntag, 15. Mai 2022
Beltane 16.05.2022, 5. Vollmond nach Jul
Kerstin
Montag, 21. Dezember 2020
Wintersonnenwende/Julfest/Thomasnacht 21.12.
Am 21.12. begehen wir die längste Nacht bzw. den kürzesten Tag im Jahr. Die Sonne erreicht den tiefsten Punkt.
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| Johann Wilhelm Cordes - Die wilde Jagd |
Jetzt beginnt die wilde Jagd mit Wotan als Anführer. Die Schleier der Anderswelt sind seit Samhain wieder dünn wie nie. Mit großem Krach reiten sie durch die finstere Nacht und wüten wie ein aufkommender Sturm. Früher fürchtete man das wilde Heer und wenn es nur ging, blieben die Menschen in ihren Häusern und räucherten zum Schutz von Haus und Hof und für alle die dort wohnten.
Freitag, 16. Oktober 2020
Samhain 11. Neumond nach Yule/All Hallows Eve/Halloween 31.10.
Samhain (sprich: Sawen) ist ein weiteres Ahnenfest und hat einen irisch-keltischen Ursprung, welches laut Überlieferung am 11. Neumond nach Yule gefeiert wurde (heute auch für einige ein fixer Termin in der Nacht vom 31.10. auf den 1.11.) und die Ahnen besonders geehrt wurden. Es ist sozusagen das Neujahrsfest der Kelten, denn mit diesem Fest beginnt das neue Jahr. Das mag uns irritieren, weil nun ja erst die dunkle Jahreszeit anbricht. Doch im dunklen entsteht neues Leben, so auch unseres, nämlich im Mutterleib. Unsere Entwicklung findet im Dunklen statt und wenn wir bereit sind, gehen wir dem Licht entgegen. Auch der Tod beginnt wieder mit Dunkelheit und "endet" im Licht. Zu dieser Jahreszeit zieht sich alles Pflanzliche zurück in den Schoß von Mutter Erde. Frau Holle nimmt sich ihrer Seelen an und nimmt sie mit ins Totenreich und bewacht alles was zur Ruhe kommt. Der Sonnengott Lugh zieht sich ebenso zurück und sein Hirsch wird besiegt. Die Zeit der Ruhe beginnt und somit ist auch die Erntezeit nun vollends vorbei.
Da die Schleier zur Anderswelt zu dieser Zeit sehr dünn sind, können Geister nun wieder in unsere Welt eintreten. Für alle lieben Verstorbenen werden Kerzen angezündet und Feuer entfacht, damit sie den Weg nach Hause finden, Essen und Trinken wird für sie bereit gestellt, denn sie haben eine lange Reise hinter sich.
Durch den Schleier können allerdings auch die bösen Geister reisen und so wurden damals aus Rüben Fratzen geschnitzt, um die Geister abzuhalten ins Haus zu kommen. Masken wurden gebastelt, um ihnen vorzugaukeln, man sei einer von ihnen. Vor allem aber Krach und Radau sollte die bösen Geister abschrecken, haften zu bleiben. Als die irischen Kelten dann nach Amerika auswanderten, haben sie ihre Traditionen weiter geführt, doch anstatt in Rüben schnitzten sie von nun an ihre Fratzen in Kürbisse.
Mit der modernen Welt entwickelte sich daraus immer mehr das heute bekannte "Halloween", abgeleitet von "All hallows eve", dem Abend vor Allerheiligen. Die Kirche übernahm dieses Fest der Totenverehrung aus dem Heidentum und blieb auch in der Jahreszeit. So wird seither am 1.11. den Heiligen gedacht und am 2.11. allen verstorbenen Seelen. Große Feste im Kirchenjahr. Die Gräber werden nun wieder besonders schön bepflanzt und viele Kerzen aufgestellt.
Samhain wurde leider immer mehr kommerzialisiert und bekam den neuen Namen "Halloween". So sah vor allem die Süßigkeitenbranche eine wunderbare Einnahmequelle. Unsere Kinder verkleiden sich heutzutage als die bösen Geister, die von Tür zu Tür gehen und um Opfergaben (Süßigkeiten) "bitten". Und sollten sie nichts bekommen, so bleiben sie da und spuken ums Haus. "Wir sind die kleinen Geister und mögen gerne Kleister und wollt ihr uns nichts geben, so bleiben wir hier kleben." ist einer der gefürchteten Sprüche. ;D
Man spürt, dass etwas in der Luft liegt, eine Art Spannung umgibt uns, die Atmosphäre verändert sich und lässt man sich darauf ein, wird man selbst ruhiger und zieht sich aus dem hektischen Alltag zurück, sofern es dann machbar ist. Ich verarbeite zu dieser Zeit die getrockneten Kräuter, Öle und Tinkturen. So entstehen Salben, Cremes, Bonbons, Nervenkekse nach Hildegard von Bingen, Teemischungen und noch Vieles mehr.
An Samhain backe ich immer das Totenbrot, auch "Pan de muerto" oder "Seelenbrot" genannt.
Ich nehme dafür immer dieses Rezept: https://m.geo.de/geolino/kinderrezepte/17843-rtkl-rezept-pan-de-muerto?fbclid=IwAR3trG2AEb5-hIK6qYEAGEOpKiKtPu1Dl6g5a6wdlj4zjVNY9_Wf0pTMDm8
Samstag, 18. Juli 2020
Lughnasadh/Fest der Schnitterin/Lammas, 8. Vollmond nach Jul
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| Leopold von Kalckreuth, 1888 |
Sonntag, 14. Juni 2020
Sommersonnenwende/Mitsommer/Litha 20./21. Juni
Wir feiern das Licht mit seiner ganzen Kraft und bedanken uns mit Feuer, Tanz und manch anderen Ritualen. Es beginnt die zweite Hälfte des Jahres, wo alles was gesät wurde, nun wächst und gedeiht. Der wiedergeborene Sonnengott hat seit Jul mit seiner wachsenden Kraft dazu beigetragen, dass alles Leben voranschreitet, größer und stärker wird. Er ist am Höhepunkt seiner Energie angekommen, er erwärmt mit seiner geballten höchsten Kraft die Erde und bereitet uns so die warmen Sommertage. Die Tage werden nun kürzer, das Licht und die Wärme nach und nach schwächer.
Oft steht Vieles bereits in voller Blüte oder ist sogar schon verblüht, bildet Früchte und Samen aus. Auch sie brauchen zum Reifen noch die Wärme der Sonne.
In direkter Verbindung mit Litha steht der christliche Johannistag, der fix auf den 24. Juni festgelegt wurde. Es ist der Geburtstag von Johannes dem Täufer, so wird es im Lukasevangelium angegeben. Ähnlich wie zum Mitsommerfest werden in der Nacht die (Johanni-)Feuer angezündet, um die getanzt wird, um Dämonen und Ernteschäden durch Hagel abzuhalten.
Die Asche dieser Feuer wird über die Felder gestreut, um eine reiche Ernte zu erzielen.
Als Pflanze steht hier vor allem das Johanniskraut im Vordergrund, welches jetzt, in der Hochzeit der Sonne, blüht und das Licht speichert, um es uns an trüben und dunklen Tagen im Winter zu schenken. Schon zur Zeit unserer germanischen Vorfahren war das Kraut sehr bekannt. So wurden daraus Kränze gebunden, auf den Köpfen getragen und zum Schluss auf Haus und Hof geworfen, um die Dämonen endgültig zu vertreiben.
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| Rotöl |

Euch allen eine schöne Sonnenwendfeier!
Kerstin
Sonntag, 26. Januar 2020
Imbolc/Fest der Brigid (zunehmender Sichelmond/Vollmond, 1.2., Lichtmess 2.2.)
Die Natur erwacht zu neuem Leben. Man meint, dass sich alles regt und streckt nach einer langen Ruhephase. Es tümmelt sich, wirkt aufgeregt und so langsam wird es unruhig unter der Erdoberfläche. Die ersten grünen Sprieße stecken ihren Kopf schon durch und auch die Knospen einiger Sträucher und Bäume zeigen sich, ebenso die Blätter der Birke. Leise und unbemerkt kriecht der Lebenssaft in die Bäume und auch in uns.
Die Zeit der Morrigan bzw der Perchte wird abgelöst von Brigid, die vom Licht umgebende. Auf einem Hirsch reitend weckt sie die Lebensgeister der Pflanzen, rüttelt die Samen auf, bringt die Säfte von Pflanzen, Bäumen, Tieren und Menschen in Fluss und kündigt das helle Halbjahr an.
Die katholische Kirche ernannte den 2. Februar (40 Tage nach Jesu Geburt) zu ihrem Fest "Maria Lichtmess". An diesem Tag endet die Weihnachtszeit und wie das Wort "Lichtmess" schon sagt, werden nun viele Kerzen in der Kirche gesegnet und angezündet.
Am 1. Februar ist der Namenstag der heiligen Brigitte von Kildare, die die Schutzherrin des Viehs ist.
Beim Blasius-Segen, der gegen Halserkrankungen eingesetzt wird, werden 2 Stangenkerzen überkreuz gehalten und die Menschen, die darum bitten, zwischen den Kerzen gesegnet.
Brauchtümer:
Imbolc, das Fruchtbarkeitsfest, wird an unterschiedlichen Zeiten gefeiert. Ich sehe die Jahreskreisfeste immer als Zeitraum und nicht als fixen Termin an, eben so wie sich das Gefühl einstellt. Je nach Region kommen so auch immer verschiedene Tage zustande. Viele nehmen den festen Termin Maria Lichtmess zum Anlass. Aber auch bei zunehmenden Sichelmond oder gar Vollmond kann Imbolc gefeiert werden. Ebenso am Tag vor Lichtmess. Genaue Überlieferungen existieren nicht.
Natürlich spielt auch hier wieder das Feuer eine wesentliche Rolle. Es wärmt und unterstützt jetzt das Licht, die ersten Sonnenstrahlen.
Auf einem kleinen See kann man Schiffchen mit Teelichtern schwimmen lassen.
Mancherorts gibt es Fackelumzüge.
Wir werden auch wieder räuchern und eine Reinigung für Mensch und Haus zelebrieren.
Es ist an der Zeit alles Alte, was noch verblieben ist und nicht mehr gebraucht wird, abzuschütteln. Wir brauchen Platz für das neue Licht, was aus uns herausstrahlen soll, es lässt uns aktiv werden und aus dem Winterschlaf erwachen. Voller Mut und Tatendrang lassen wir uns anstecken von der Natur und die Lebensfreude in uns wach werden, gereinigt von allen Altlasten.
Dies kann man auch in Form von einem Reinigungsbad mit Kräutern oder einer Fastenkur machen. Zum Entrümpeln und für den Frühjahrsputz ist es auch eine gute Zeit.
Die Farben der Brigid sind weiß, grün und rot. Weiß steht für den Winter, grün für die Natur und rot für die Flamme.
Es werden Brigidkreuze gebunden, auch Sonnenkreuze genannt, die gesegnet und geweiht werden und das Haus und alle Bewohner schützen sollen.
Sonntag, 29. Dezember 2019
Silvester - Vom Ursprung unserer "Feyerey" zum Jahreswechsel
Raketen und Böller - kaum was anderes spaltet heute die Meinungen (außer Impfungen, aber das ist ein anderes Thema ;) ). Die Gegner erklären ihre Abneigung mit der sowieso schon sehr starken Feinstaubbelastung unseres schönen Planeten und der Krach erschreckt Wild- und Haustiere, so dass oft vorbeugend Beruhigungsmittel für Hund und Katz gegeben werden müssen. Befürworter halten dagegen mit Argumenten. dass es immer schon so war und dass sie an "alten" Traditionen festhalten wollen, aber was sind denn die richtig alten Traditionen? Das weiß nämlich kaum jemand.
Silvester I. war ein Papst, der am 31. Dezember im Jahre 335 verstarb. 813 wurde er heilig gesprochen. Erst im 16. Jahrhundert wurde sein Todestag zum letzten Tag des Jahres und nach ihm benannt. Somit ist der 31.12. auch der Namenstag für alle, die Silvester heißen (im deutschen Raum eher selten).
Silvester stammt von Silva (= Wald) ab und heißt übersetzt "Dem Wald zugehörig". Und nun kommt das Kuriose: Er ist der Schutzpatron der (Haus-)Tiere. Wenn er nur wüsste.... Aber ebenso, und das wissen wir ja nun, wird er zum Jahreswechsel angerufen, um uns ein gutes, gesundes, glückliches neues Jahr zu bescheren.
Aber gehen wir doch noch weiter zurück, nämlich zu der Zeit vor der Christianisierung, zu unseren Ursprüngen, zum Heidentum.
Silvester liegt mitten in den Rauhnächten, welche bekanntlich sehr dunkle Nächte sind. Zu dieser Zeit, so glaubten es die Germanen, zog ihr höchster Gott, Wotan, mit seinem Heer aus gefallenen Kriegern, den Totenseelen, durch die Lande und begab sich auf die "Wilde Jagd".
Die Silvesternacht wurde von unseren Urahnen gefürchtet, da sie Angst vor bösen Geistern hatten, denn sie glaubten daran, dass an ihren heiligen Festen die Tore zur Anderswelt offen standen und nicht nur ihre lieben Verstorbenen zu Besuch kamen, sondern auch die Unheil bringenden Gestalten. Um sie zu besänftigen wurden Opfergaben, bestehend aus Obst, Getreide und Kräutern, vor die Tür gelegt. Mit ordentlich Radau und brennenden Rädern vertrieben sie die bösen Geister, brachten Licht in die Dunkelheit. Später schossen Jäger mit ihren Gewehren in die Luft und schon vereinzelt gab es Raketen, die nach und nach zu unserem Feuerwerk wurden. Erst später durfte sich das einfache Volk auch an den Raketen bedienen.
Heutzutage geben wir über 100 Millionen Euro einzig allein für diese Nacht aus...
Liebe Grüße, Kerstin




























