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Montag, 21. Dezember 2020

Wintersonnenwende/Julfest/Thomasnacht 21.12.

Am 21.12. begehen wir die längste Nacht bzw. den kürzesten Tag im Jahr. Die Sonne erreicht den tiefsten Punkt.

Johann Wilhelm Cordes - Die wilde Jagd

Jetzt beginnt die wilde Jagd mit Wotan als Anführer. Die Schleier der Anderswelt sind seit Samhain wieder dünn wie nie. Mit großem Krach reiten sie durch die finstere Nacht und wüten wie ein aufkommender Sturm. Früher fürchtete man das wilde Heer und wenn es nur ging, blieben die Menschen in ihren Häusern und räucherten zum Schutz von Haus und Hof und für alle die dort wohnten. 


Unheimliche Wesen zogen umher, wandelnde Gestalten in Form von Werwölfen o.ä. begleiteten die toten unerlösten Seelen mit Geheul und Gezeter. 
Auch zu dieser Zeit wurden grausige Masken getragen und viel Lärm gemacht, in der Hoffnung die Wintergeister zu verjagen. Der Perchtenlauf ist heute noch bekannt und wird in einigen Regionen noch ausgeübt. Auch Hexen fegten das Böse aus dem Land. 


Die heutige Nacht wird auch Mutternacht genannt, denn die Sonne wird aus dem Schoß der Göttin unter dem Weltenbaum wiedergeboren und nun beginnen auch die 12 Rauhnächte (christlich ab 24.12/0:00h). 
Alle Räder werden stillgelegt, es darf nicht gesponnen, nicht gemahlen, die Arbeit muss niedergelegt werden, denn wenn sich das Schicksalsrad dreht, darf sich nichts anderes drehen, das Schicksal wird neu ausgelost. Auch darf nicht mehr geputzt, gewaschen oder Betten draußen gelüftet werden, denn das wilde Heer könnte sich darin verfangen und dann hat mein sein eigenes Schicksal besiegelt. 
Feuer und Kerzen werden entzündet, um die noch junge Sonne zu unterstützen, Opfergaben in Form von Nüssen, Obst, etc werden den Hausgeistern hingestellt, um sie milde zu stimmen und natürlich wird auch in jeder Nacht geräuchert. Es ist eine stille Zeit, die auch genauso gelebt werden soll. 
Zu den Rauhnächten habe ich letztes Jahr schon einen Beitrag verfasst, wenn ihr mögt, klickt mal rein: *klick*

Als Ritual kann man sich nun 13 Wünsche auf je einen Zettel aufschreiben. In jeder Rauhnacht wird ein Zettel gezogen, ungelesen dem Feuer übergeben und dem Universum überlassen. Der 13. bleibt übrig, um den muss man sich selbst kümmern. Ein tolles Ritual, welches wir immer wieder gerne machen. 




Habt einen schönen Sonnenwendabend!

Liebe Grüße, Kerstin




Mittwoch, 2. Dezember 2020

Vom Ursprung des Weihnachtsbaumes

Bald ist es wieder soweit, wir feiern Weihnachten. Und ganz traditionell wird ein Tannenbaum geschmückt mit glänzenden Kugeln, Strohsternen und vielerlei mehr. Doch warum machen wir das eigentlich? Das hinterfragt kaum jemand, denn schließlich wachsen wir damit auf und es war schon immer so...Ein Weihnachten ohne Baum, kaum vorstellbar. Dabei war es tatsächlich nicht immer so.

Der Ursprung kommt wie so oft aus dem heidnischen. Immergrün stand von jeher als Symbol für Stärke und Fruchtbarkeit, schließlich ist es sehr hartnäckig und so gut wie unkaputtbar und Tannen oder Fichten bilden viele Zapfen aus, die wiederum viele Samen in den Wind streuen.
Die heidnischen Völker hingen zur Wintersonnenwende Zweige von Tannen an ihre Unterkünfte oder nahmen sie mit ins Haus, um alle die dort wohnten oder zu Gast waren, vor allem Unheil zu bewahren. Denn, so glaubten sie, die grünen Zweige bewahrten sie vor bösen Geistern und gaben ihnen Hoffnung für eine reiche Ernte im neuen Jahr. 
So waren es später dann nicht nur Zweige, sondern es wurden ganze Bäume geschmückt. Im Mittelalter soll ein Bäckermeister vor seiner Bäckerei eine Tanne mit allerlei Gebäck und Süßigkeiten geschmückt haben. 
Immer mehr Menschen aus der Zunft (Vereinigung von Kaufleuten, Handwerkern, Händlern,etc) ahmten ihm nach bis diese Tradition auch in den Städten Einzug erhielt und sich die Menschen Anfang des 17. Jhdt die Bäume ins Haus holten. Der Überlieferung nach hatte die Herzogin Dorothea Sibylle von Schlesien im Jahre 1611 die ersten Kerzen an den Baum gebracht.
Der Brauch verbreitete sich im 18. Jhdt immer mehr, die Tannen waren kostspielig, deswegen konnte sich nicht jeder einen Weihnachtsbaum leisten. Später wurden dann Plantagen angebaut, um dem Ansturm darauf Herr zu werden. 
Die katholische Kirche akzeptierte eine sehr lange Zeit diesen Brauch nicht, musste sich aber letztendlich geschlagen geben und so stand im Jahre 1982 der erste Weihnachtsbaum auf dem Petersplatz in Rom, eingeführt von Papst Johannes Paul II.

 


Freitag, 16. Oktober 2020

Samhain 11. Neumond nach Yule/All Hallows Eve/Halloween 31.10.

Samhain (sprich: Sawen) ist ein weiteres Ahnenfest und hat einen irisch-keltischen Ursprung, welches laut Überlieferung am 11. Neumond nach Yule gefeiert wurde (heute auch für einige ein fixer Termin in der Nacht vom 31.10. auf den 1.11.) und die Ahnen besonders geehrt wurden. Es ist sozusagen das Neujahrsfest der Kelten, denn mit diesem Fest beginnt das neue Jahr. Das mag uns irritieren, weil nun ja erst die dunkle Jahreszeit anbricht. Doch im dunklen entsteht neues Leben, so auch unseres, nämlich im Mutterleib. Unsere Entwicklung findet im Dunklen statt und wenn wir bereit sind, gehen wir dem Licht entgegen. Auch der Tod beginnt wieder mit Dunkelheit und "endet" im Licht. Zu dieser Jahreszeit zieht sich alles Pflanzliche zurück in den Schoß von Mutter Erde. Frau Holle nimmt sich ihrer Seelen an und nimmt sie mit ins Totenreich und bewacht alles was zur Ruhe kommt. Der Sonnengott Lugh zieht sich ebenso zurück und sein Hirsch wird besiegt. Die Zeit der Ruhe beginnt und somit ist auch die Erntezeit nun vollends vorbei.  

Da die Schleier zur Anderswelt zu dieser Zeit sehr dünn sind, können Geister nun wieder in unsere Welt eintreten. Für alle lieben Verstorbenen werden Kerzen angezündet und Feuer entfacht, damit sie den Weg nach Hause finden, Essen und Trinken wird für sie bereit gestellt, denn sie haben eine lange Reise hinter sich. 

Durch den Schleier können allerdings auch die bösen Geister reisen und so wurden damals aus Rüben Fratzen geschnitzt, um die Geister abzuhalten ins Haus zu kommen. Masken wurden gebastelt, um ihnen vorzugaukeln, man sei einer von ihnen. Vor allem aber Krach und Radau sollte die bösen Geister abschrecken, haften zu bleiben. Als die irischen Kelten dann nach Amerika auswanderten, haben sie ihre Traditionen weiter geführt, doch anstatt in Rüben schnitzten sie von nun an ihre Fratzen in Kürbisse. 


Mit der modernen Welt entwickelte sich daraus immer mehr das heute bekannte "Halloween", abgeleitet von "All hallows eve", dem Abend vor Allerheiligen. Die Kirche übernahm dieses Fest der Totenverehrung aus dem Heidentum und blieb auch in der Jahreszeit. So wird seither am 1.11. den Heiligen gedacht und am 2.11. allen verstorbenen Seelen. Große Feste im Kirchenjahr. Die Gräber werden nun wieder besonders schön bepflanzt und viele Kerzen aufgestellt. 

Samhain wurde leider immer mehr kommerzialisiert und bekam den neuen Namen "Halloween". So sah vor allem die Süßigkeitenbranche eine wunderbare Einnahmequelle. Unsere Kinder verkleiden sich heutzutage als die bösen Geister, die von Tür zu Tür gehen und um Opfergaben (Süßigkeiten) "bitten". Und sollten sie nichts bekommen, so bleiben sie da und spuken ums Haus. "Wir sind die kleinen Geister und mögen gerne Kleister und wollt ihr uns nichts geben, so bleiben wir hier kleben." ist einer der gefürchteten Sprüche. ;D

Man spürt, dass etwas in der Luft liegt, eine Art Spannung umgibt uns, die Atmosphäre verändert sich und lässt man sich darauf ein, wird man selbst ruhiger und zieht sich aus dem hektischen Alltag zurück, sofern es dann machbar ist. Ich verarbeite zu dieser Zeit die getrockneten Kräuter, Öle und Tinkturen. So entstehen Salben, Cremes, Bonbons, Nervenkekse nach Hildegard von Bingen, Teemischungen und noch Vieles mehr.

An Samhain backe ich immer das Totenbrot, auch "Pan de muerto" oder "Seelenbrot" genannt. 

Ich nehme dafür immer dieses Rezept: https://m.geo.de/geolino/kinderrezepte/17843-rtkl-rezept-pan-de-muerto?fbclid=IwAR3trG2AEb5-hIK6qYEAGEOpKiKtPu1Dl6g5a6wdlj4zjVNY9_Wf0pTMDm8


Es heißt, dass jeder Bissen eine verlorene Seele erlöst. Ist doch ein schöner Gedanke und man selbst hat auch noch was davon. 

Zur Räucherung gehört für mich allen voran der Beifuß. Nicht umsonst wird er der Wächter der Tore genannt. Er ist Helfer für den Übergang und Begleiter der Seelen. 
Wacholderbeeren, Holunderblüten, Kornblumenblüten, Lorbeerblätter, Engelwurz, weißer Salbei, Fichtenharz, Eisenkraut und Eichenrinde sind nur Beispiele für weitere passende Räucherstoffe. Da kann sich jeder selbst etwas zusammenstellen. 
Wenn einem die Traurigkeit überkommt kann man noch Tee aus Johanniskraut, Melisse, Lavendel, Passionsblume oder Hopfen mischen. Achtung bei Johanniskraut! Es kann zu Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten, z.B. Antidepressiva, Blutdrucktabletten etc kommen. Da bitte zuvor den Arzt fragen!


Sonntag, 14. Juni 2020

Sommersonnenwende/Mitsommer/Litha 20./21. Juni

Litha heißt Licht. Es ist der Beginn des astronomischen Sommers, während auf der Südhalbkugel der astronomische Winter einkehrt.
Wir feiern das Licht mit seiner ganzen Kraft und bedanken uns mit Feuer, Tanz und manch anderen Ritualen. Es beginnt die zweite Hälfte des Jahres, wo alles was gesät wurde, nun wächst und gedeiht. Der wiedergeborene Sonnengott hat seit Jul mit seiner wachsenden Kraft dazu beigetragen, dass alles Leben voranschreitet, größer und stärker wird. Er ist am Höhepunkt seiner Energie angekommen, er erwärmt mit seiner geballten höchsten Kraft die Erde und bereitet uns so die warmen Sommertage. Die Tage werden nun kürzer, das Licht und die Wärme nach und nach schwächer.
Oft steht Vieles bereits in voller Blüte oder ist sogar schon verblüht, bildet Früchte und Samen aus. Auch sie brauchen zum Reifen noch die Wärme der Sonne.
In direkter Verbindung mit Litha steht der christliche Johannistag, der fix auf den 24. Juni festgelegt wurde. Es ist der Geburtstag von Johannes dem Täufer, so wird es im Lukasevangelium angegeben. Ähnlich wie zum Mitsommerfest werden in der Nacht die (Johanni-)Feuer angezündet, um die getanzt wird, um Dämonen und Ernteschäden durch Hagel abzuhalten.
Die Asche dieser Feuer wird über die Felder gestreut, um eine reiche Ernte zu erzielen.
Als Pflanze steht hier vor allem das Johanniskraut im Vordergrund, welches jetzt, in der Hochzeit der Sonne, blüht und das Licht speichert, um es uns an trüben und dunklen Tagen im Winter zu schenken. Schon zur Zeit unserer germanischen Vorfahren war das Kraut sehr bekannt. So wurden daraus Kränze gebunden, auf den Köpfen getragen und zum Schluss auf Haus und Hof geworfen, um die Dämonen endgültig zu vertreiben.

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Echtes Johanniskraut



Rotöl

Botanischer Name: Hypericum perforatum
Familie: Hartheugewächse
Inhaltsstoffe: Hypericin, Gerbstoffe, Flavonoide, ätherisches Öl u.a.
Anwendungen: Verbrennungen (auch Sonnenbrand), strapazierte Haut, stumpfe Verletzungen und entzündete Wunden, Juckreiz, Insektenstiche, Muskelzerrungen, Verspannungen, Ischiasbeschwerden, Trigeminusneuralgie, Wechseljahresbeschwerden, Depressionen, Nervosität, Migräne, Stress, Angstzustände
Wirkungen: ansgstlösend, blutregulierend, antidepressiv, entzündungshemmend, entspannend, schmerzstillend, abschwellend, adstringierend (zusammenziehend)
Erkennungsmerkmale: Zerreibt man eine Blüte zwischen den Fingern, werden sie lila, hält man ein Laubblatt gegen die Sonne, sieht man viele kleine Punkte, dies sind die Öldrüsen, die Blätter sehen aus wie von Nadeln durchlöchert. Deswegen hat die Pflanze ihren Namen (perforatum).
Der Sage nach, soll der Teufel selbst die Löcher aus Wut dem Johanniskraut verabreicht haben. Schon fast hatte er ein junges Mädchen für sich gewinnen können, aber sie rettete sich zu ihrem Glück in einen Johanniskrautbusch. Daraufhin wandte sich der Teufel an das Kraut: "Hartheu, du verfluchtes Kraut, hast geraubt mir meine Braut"
Signaturenlehre: Blüten=rot=Blut; Blätter=durchlöchert wie von Nadelstichen
Beachte: Johanniskraut als Öl oder Salbe aufgetragen, macht die Haut empfindlicher bei Sonneneinstrahlung und kann somit das Gegenteil seiner Heilkraft bewirken.
Pflanzenteile: Blüten und Knospen, das ganze blühende Kraut
Verwendung: Tee, Öl, Tinktur, Auflagen, Umschläge, Fertigpräparate
Als Antidepressionsmittel über einen längeren Zeitraum muss man gewisse standardisierte Fertigpräparate einnehmen, die vom Arzt verschrieben werden. In Kombination mit anderen Medikamenten, wie z.B. Antidepressiva, Antibiotika, Herzglykoside, Antibabypille, kann es zu unerwünschten Wechselwirkungen kommen.



Rezept Johanniskrautöl

Johanniskraut und -knospen an einem sonnigen Tag nach dem Morgentau ernten, zu 1/3 in ein steriles lichtdurchlässiges Schraubglas geben, etwas anstößeln und mit einem guten Basisöl (z.B. Oliven- oder Sonnenblumenöl) auffüllen, bis alle Pflanzenteile bedeckt sind. Mit einem Küchentuch bedecken, so dass Restfeuchte gebunden wird und nicht im Glas verbleibt. Das Glas mit dem Tag der Ernte und dem Namen der Pflanze beschriften. An einen warmen (nicht sonnigen) Platz stellen, täglich schwenken, damit die Inhaltsstoffe gut ins Öl abgegeben werden. Nach ca 3 Tagen kann das Tuch entfernt und mit dem Deckel verschlossen werden. Bis zu 4 Wochen stehenlassen. 
Nach der Ziehzeit wird das Öl in eine dunkle sterile Flasche abgefüllt, kann zu einer Salbe weiter verarbeitet oder als Öl zur Einreibung genutzt werden.



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Anstatt über die Feuer zu springen, wie es früher gemacht wurde, um sich zu reinigen, werden wir uns wieder der Reinigung durch die Kräuterräucherung widmen. Dieses Mal nehme ich für die Mischung:

Beifuß
Sonnenblumenblüten
Johanniskraut
Salbei
Rosenblüten
Quendel
Rosmarin
Lavendel
Eisenkraut
Kornblumenblüten
Engelwurz
Fichtenharz

Natürlich kann man auch andere getrocknete Kräuter verwenden.




Altes wird losgelassen. So werden auch viele der übriggebliebenen getrockneten Kräuter vom letzten Jahr gesegnet und feierlich dem Feuer übergeben. Wer mag, beschreibt Zettel mit Gedanken und Gefühle oder Dinge, die nun nicht mehr gebraucht werden und übergibt sie dann dem Feuer. Auf rollende brennende Kutschenräder verzichten wir diesmal  ;D 

Altäre für die Ahnen werden hergerichtet.

Wer mag kann sich die traditionellen Kräutersträuße binden, aus allem was die Natur nun Blühendes hervorbringt. Sie sollen zur Sonnenwende gepflückt einen besonderen Zauber und die doppelte Wirkkraft innehaben. Im Haus aufgehangen, schützen sie alle, die darin wohnen.



Da die Sonnenwende ein Lostag ist, kann auch orakelt werden, ob mit Runen, Karten oder sonst irgendwas. Hier wird die Zukunft auf den Tisch gelegt. Die Träume in dieser Nacht werden wahr, so sagt man. 




Heilsteine, Amulette und Talismane können jetzt mit der Kraft der Sonne am besten aufgeladen werden.

Tiere und die Naturgeister freuen sich und werden es uns danken, wenn wir ihnen abends zu essen rausstellen.



Euch allen eine schöne Sonnenwendfeier!

Kerstin

Freitag, 31. Januar 2020

Räuchermischung zu Imbolc



Die Vorbereitungen für Imbolc sind bald abgeschlossen und ich stimme mich rituell schon auf das Lichterfest ein. Ich zünde viele Kerzen an und indirektes Licht wird eingeschaltet bis dann an Brigids Tag alles hell erleuchtet wird. Die geweihte weiße Kerze wird erst an dem Tag angezündet.


Heute habe ich meine Räuchermischung zusammengestellt. Das mache ich, wie immer, intuitiv. Ich habe mich für diese Mischung entschieden:

Johanniskraut - Licht-/Sonnenpflanze, lichtbringend, erhellend
Alantwurzel - Sonnenpflanze, erdend, lösend, harmonisierend
Mädesüß - weckt das innere Kind, bringt Frieden, klärend, fördert Fröhlichkeit
Holunderblüten/-beeren - Pflanze der Holle, klärend, reinigend
Wacholderbeeren - stark reinigend, desinfizierend, klärend, wach machend
Weißer Salbei - stark energetisch und atmosphärisch reinigend, neutralisierend, transformierend





Sonntag, 26. Januar 2020

Imbolc/Fest der Brigid (zunehmender Sichelmond/Vollmond, 1.2., Lichtmess 2.2.)

Merkt ihr es auch? Die Sonne zeigt sich schon wieder vermehrt. Dies ist die Zeit der Lichtgöttin Brigid, welcher wir unser keltisches Jahreskreisfest Imbolc, dem Lichterfest, widmen.
Die Natur erwacht zu neuem Leben. Man meint, dass sich alles regt und streckt nach einer langen Ruhephase. Es tümmelt sich, wirkt aufgeregt und so langsam wird es unruhig unter der Erdoberfläche. Die ersten grünen Sprieße stecken ihren Kopf schon durch und auch die Knospen einiger Sträucher und Bäume zeigen sich, ebenso die Blätter der Birke. Leise und unbemerkt kriecht der Lebenssaft in die Bäume und auch in uns.
Die Zeit der Morrigan bzw der Perchte wird abgelöst von Brigid, die vom Licht umgebende. Auf einem Hirsch reitend weckt sie die Lebensgeister der Pflanzen, rüttelt die Samen auf, bringt die Säfte von Pflanzen, Bäumen, Tieren und Menschen in Fluss und kündigt das helle Halbjahr an.
Die katholische Kirche ernannte den 2. Februar (40 Tage nach Jesu Geburt) zu ihrem Fest "Maria Lichtmess". An diesem Tag endet die Weihnachtszeit und wie das Wort "Lichtmess" schon sagt, werden nun viele Kerzen in der Kirche gesegnet und angezündet.
Am 1. Februar ist der Namenstag der heiligen Brigitte von Kildare, die die Schutzherrin des Viehs ist.
Beim Blasius-Segen, der gegen Halserkrankungen eingesetzt wird, werden 2 Stangenkerzen überkreuz gehalten und die Menschen, die darum bitten, zwischen den Kerzen gesegnet.


Brauchtümer:

Imbolc, das Fruchtbarkeitsfest, wird an unterschiedlichen Zeiten gefeiert. Ich sehe die Jahreskreisfeste immer als Zeitraum und nicht als fixen Termin an, eben so wie sich das Gefühl einstellt. Je nach Region kommen so auch immer verschiedene Tage zustande. Viele nehmen den festen Termin Maria Lichtmess zum Anlass. Aber auch bei zunehmenden Sichelmond oder gar Vollmond kann Imbolc gefeiert werden. Ebenso am Tag vor Lichtmess. Genaue Überlieferungen existieren nicht.
Natürlich spielt auch hier wieder das Feuer eine wesentliche Rolle. Es wärmt und unterstützt jetzt das Licht, die ersten Sonnenstrahlen.
Auf einem kleinen See kann man Schiffchen mit Teelichtern schwimmen lassen.
Mancherorts gibt es Fackelumzüge.


Geweihte Kerzen werden angezündet und durch das Haus getragen, um alle Räume damit zu segnen.
Wir werden auch wieder räuchern und eine Reinigung für Mensch und Haus zelebrieren.
Es ist an der Zeit alles Alte, was noch verblieben ist und nicht mehr gebraucht wird, abzuschütteln. Wir brauchen Platz für das neue Licht, was aus uns herausstrahlen soll, es lässt uns aktiv werden und aus dem Winterschlaf erwachen. Voller Mut und Tatendrang lassen wir uns anstecken von der Natur und die Lebensfreude in uns wach werden, gereinigt von allen Altlasten.
Dies kann man auch in Form von einem Reinigungsbad mit Kräutern oder einer Fastenkur machen. Zum Entrümpeln und für den Frühjahrsputz ist es auch eine gute Zeit.
Die Farben der Brigid sind weiß, grün und rot. Weiß steht für den Winter, grün für die Natur und rot für die Flamme.


Es werden Brigidkreuze gebunden, auch Sonnenkreuze genannt, die gesegnet und geweiht werden und das Haus und alle Bewohner schützen sollen. 

 

Dienstag, 31. Dezember 2019

Brauchtümer aus vergangenen Zeiten zum Jahreswechsel

Unsere heutigen Brauchtümer zu vielen Festen im Jahreskreis stammen aus weit vergangener Zeit und wurden im Laufe der Jahre immer weiter entwickelt und/oder verändert. Die Menschen früher waren sehr abergläubisch und so blieb es nicht aus, dass gerade zum Ende des alten und Beginn des neuen Jahres vielerlei Rituale durchgeführt wurden. Schließlich wollte man alles Schlechte im alten Jahr belassen und nicht mit hinübernehmen und das neue Jahr frisch und bereinigt starten.
Man muss dazu sagen, dass vor unserer kalendarischen Zeitrechnung der Jahresbeginn nicht immer am selben Tag stattfand. Die Menschen lebten im Einklang mit Sonne und Mond, was zur Folge hatte, dass sich der Zeitpunkt stets verschob.

Überbleibsel sind z.B. zu Silvester die früheren Glückszauber, die wir heute in Form von Glückssymbolen, wie 4-blättrige Kleeblätter, Schornsteinfeger, Glücksschweinchen, Marienkäfer, etc entweder verschenken oder sie in die Dekoration mit einfließen lassen. 
Glück bedeutete früher für die Bauern eine reiche Ernte, Gesundheit, das Wohlwollen der Götter und ein mehr oder weniger sorgenfreies Leben.
Heutzutage in unserem Land, mit einem Überfluss an Lebensmitteln, Supermärkten an jeder Ecke, kommt der Gedanke daran, was Mutter Erde für uns bereit hält und welch ein Schatz sie doch ist, kaum noch auf. Unsere Wünsche haben nun andere Dimensionen. 
Um das Glück noch weiter herauszufordern, war es üblich um Punkt 12 von einem Stuhl oder Tisch zu springen.
Mit Reisigbesen kehrte man das Unglück aus dem Haus. Mit Reisig wurde das Haus geschmückt, um sich vor bösen Hexen zu schützen.


Damit das Land fruchtbar wurde, haben die Menschen um Mitternacht mit Brettern auf die Erde geschlagen, ,mit Peitschen geknallt und mit Kochtöpfen und Holzlöffeln so laut es ging Lärm verursacht. Je lauter, umso glückverheißender war das neue Jahr. 
Der Radau sollte auch die bösen Geister fernhalten. Die toten Seelen, die sich auf die wilde Jagd begaben, machten den Menschen Angst. So mussten auch alle Räder während der Rauhnächte stehen und es durfte keine (weiße) Wäsche auf die Leine gehangen werden. Denn wenn sich das wilde Heer darin verfing, brachte es den Tod ins Haus. So sollte man auch sämtliche Arbeiten in diesen Nächten vermeiden und Ruhe einkehren lassen. 
Natürlich wurde auch an die lieben Verstorbenen gedacht, die nun auch in dieser Nacht wieder, wie zu allen großen Festen, ihre Nachfahren besuchten. Es wurden deren Leibspeisen als Opfergabe bereitgestellt und der Ofen ordentlich beheizt, damit sie es schön warm hatten.
Auch wenn die Menschen übers Jahr nicht viel hatten, zum Übergang wurden sämtliche Speisen auf die Tische gebracht. Sie dienten als gutes Omen. Brot und Salz in ein Leinentuch gewickelt und stehengelassen, sorgte für genug Nahrung fürs ganze Jahr. 
Je mehr man andere (sowohl Menschen als auch Tiere) mit Glückwünschen überhäufte, umso friedlicher und glückbringender wurde das neue Jahr. 
Hatte man zu diesem Zeitpunkt Geld in den Taschen, so wird man auch im neuen Jahr nicht an Armut leiden.
Trat man in der Zeit um Mitternacht auf den Dachboden, so sah man Verstorbene aus dem Familienkreis.
Es wurde orakelt und geräuchert. Träume in den Rauhnächten wurden wahr. 
Das heutige Bleigießen wurde mit Wachs vollzogen, Kaffeesätze wurden gelesen. So gab es allerlei Liebes- und Gesundheitszauber. 
Auch das Wetter wurde wie immer beobachtet. So brachte Nebel Krankheiten mit, dunkle Wolken und starker Wind sogar den Tod. 
Geräuchert wurde mit Fichtenharz (Waldweihrauch) und Wacholderholz/-beeren. Harz wirkt keimhemmend und reinigend. Krankenstuben wurden damals mit Wacholder ausgeräuchert, um die Keime zu ersticken und an der Verbreitung zu hindern, denn es wirkt desinfizierend. Man kann noch Myrrhe dazunehmen. Weihrauch verstärkt vorhandene Energien, also beachtet bitte, welche Energien euch umgeben, bevor ihr Weihrauch (Boswellia) verräuchert. Es wirkt wunderbar verstärkend und ist ein wundervolles Harz, aber es verstärkt ebenso auch nicht erwünschte Energien.
Zum Thema Hausreinigung werde ich nochmal einen separaten Beitrag verfassen.


Und nun wünsche ich euch und euren Lieben ein ruhiges und besinnliches Jahresende und einen guten Start ins neue Jahr, sowie ein gesundes und glückliches 2020!

Liebe Grüße, Kerstin