Posts mit dem Label Ursprung werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Ursprung werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Mittwoch, 2. Dezember 2020

Vom Ursprung des Weihnachtsbaumes

Bald ist es wieder soweit, wir feiern Weihnachten. Und ganz traditionell wird ein Tannenbaum geschmückt mit glänzenden Kugeln, Strohsternen und vielerlei mehr. Doch warum machen wir das eigentlich? Das hinterfragt kaum jemand, denn schließlich wachsen wir damit auf und es war schon immer so...Ein Weihnachten ohne Baum, kaum vorstellbar. Dabei war es tatsächlich nicht immer so.

Der Ursprung kommt wie so oft aus dem heidnischen. Immergrün stand von jeher als Symbol für Stärke und Fruchtbarkeit, schließlich ist es sehr hartnäckig und so gut wie unkaputtbar und Tannen oder Fichten bilden viele Zapfen aus, die wiederum viele Samen in den Wind streuen.
Die heidnischen Völker hingen zur Wintersonnenwende Zweige von Tannen an ihre Unterkünfte oder nahmen sie mit ins Haus, um alle die dort wohnten oder zu Gast waren, vor allem Unheil zu bewahren. Denn, so glaubten sie, die grünen Zweige bewahrten sie vor bösen Geistern und gaben ihnen Hoffnung für eine reiche Ernte im neuen Jahr. 
So waren es später dann nicht nur Zweige, sondern es wurden ganze Bäume geschmückt. Im Mittelalter soll ein Bäckermeister vor seiner Bäckerei eine Tanne mit allerlei Gebäck und Süßigkeiten geschmückt haben. 
Immer mehr Menschen aus der Zunft (Vereinigung von Kaufleuten, Handwerkern, Händlern,etc) ahmten ihm nach bis diese Tradition auch in den Städten Einzug erhielt und sich die Menschen Anfang des 17. Jhdt die Bäume ins Haus holten. Der Überlieferung nach hatte die Herzogin Dorothea Sibylle von Schlesien im Jahre 1611 die ersten Kerzen an den Baum gebracht.
Der Brauch verbreitete sich im 18. Jhdt immer mehr, die Tannen waren kostspielig, deswegen konnte sich nicht jeder einen Weihnachtsbaum leisten. Später wurden dann Plantagen angebaut, um dem Ansturm darauf Herr zu werden. 
Die katholische Kirche akzeptierte eine sehr lange Zeit diesen Brauch nicht, musste sich aber letztendlich geschlagen geben und so stand im Jahre 1982 der erste Weihnachtsbaum auf dem Petersplatz in Rom, eingeführt von Papst Johannes Paul II.

 


Sonntag, 26. April 2020

Beltane (5. Vollmond nach Jul) / Walpurgis vom 30.04. auf den 01.05.




Ausnahmsweise gehen wir heuer nicht nach den Mondphasen, sondern  halten uns an den gregorianischen Kalender, den es natürlich zur Hochzeit der Kelten noch nicht gab, schließlich entstand er erst im 16. Jhdt. Der nächste bzw. 5. Vollmond nach Jul wäre in diesem Jahr der 7.5. 

Die Energien von Beltane sind allerdings schon jetzt stark zu spüren und da der 30. April auch unser Hochzeitstag ist und die Walpurgisnacht auf den gleichen Tag fällt, gesellt sich Beltane einfach dazu. 
Der Name stammt vom keltischen "belo-tenîa" ab und bedeutet "helles Feuer". Wenn nicht jetzt, wann könnte man also dann das Fruchtbarkeitsfest schlechthin feiern? Der Frühling hat bereits die Macht übernommen und so den Winter abgelöst. Es wird wärmer, überall grünt und blüht es und auch wir sind nun schon viel öfter draußen, genießen Garten und Sonne. 





Damals wurden die Schafe und andere Herdentiere auf die Weiden getrieben und damit sie beschützt sind und die Fruchtbarkeit gesteigert wird, wurden einige Rituale abgehalten, wo auch diesmal das Feuer nicht fehlen durfte. Feuer steht für Sonne, Wärme, Wachstum und Licht und es vertreibt die bösen Geister. Auch die Hauseingänge wurden wieder geschmückt mit den ersten blühenden Zweigen wie z.B. Haselnuss, Ginster, Weißdorn...
Kränze als (Kopf-)Schmuck aus dem lila blühenden Gundermann gehörten genauso dazu. Wenn man einen Gundermannkranz trägt, so erkennt man böse Hexen, heißt es.


Glechoma hederacea/Gundermann/Gundelrebe/Eiterkraut
Glechoma hederacea, so der botanische Name, blüht zu dieser Zeit ganz wunderbar. Er wird auch Gundelrebe oder Eiterkraut genannt, denn er hilft bei der Heilung eiternder Wunden, aber auch bei chronischem Husten und Schnupfen, sowie Blasen- und Nierenschwäche. Er wirkt entzündungshemmend, wundheilend und stoffwechselfördernd.
Das ganze Kraut ist essbar, aber Vorsicht, es schmeckt sehr würzig. Im Salat, in Kräuterquark und -butter reichen ein paar Blätter aus, mit den Blüten kann man alles schön verzieren und dekorieren, auch sie sind essbar. Die Blätter kann man als süße Leckerei in geschmolzene Schokolade tunken und auf Backpapier erkalten lassen. Oder ihr legt die Blätter kurz in heißes Fett, so erhält man tolle Kräuterchips. Probiert es aus. Geeignet dazu sind ebenso Salbei- und Brennnesselblätter.


Aber nun zurück zum Maifest:
Auch heute noch wird der Maibaum aufgestellt, es wird getanzt, getrunken, gegessen, eben ausgiebig gefeiert. Die Maitänze um den Baum zeugen von Lebenslust und purer Lebensfreude. Alles gewinnt an Stärke und Kraft. Die Wenigsten wissen, dass es sich hierbei um ein altes Fruchtbarkeitsritual handelt. Der Maibaum steht für das männliche Geschlecht, welches in den Schoß der Mutter gepflanzt wird. Unter ihm wird die Maikönigin gewählt und Junggesellen hoffen darauf, ihre Liebe zu finden.

Nun ist das Tor zur Anderswelt wieder nah und nur von einem sehr dünnen Schleier umgeben. Auch wenn wir jetzt das Licht feiern, so denken wir an diesem Abend sehr intensiv an unsere Urahnen, die Verbindung zu ihnen, die uns hoffen lässt. Das Gefühl der Vereinigung macht sich breit und zwar auf allen Ebenen. Gerade die geistige Verbundenheit zu unserem Inneren, die oft im Alltag keinen Platz findet, wird nun umso deutlicher.



Als das Christentum dann aufkam, sollte das keltische Fest, wie so viele, verbannt werden und so wurde in diesem Zeitraum, nämlich am 1. Mai, der Gedenktag der  hl. Walburga, einer englischen Äbtissin, die im 8. Jhdt lebte, festgelegt und Beltane abgelöst. Zumindest war das die Absicht der Kirche, aber das keltische Fest verschwand nie wirklich. Später dann wurde der Walburgistag auf ihren Todestag, den 25. Februar, verlegt.
Traditionell ist am 30. April die Walpurgisnacht (erstmals erwähnt durch Goethe), die Nacht der Hexen, die in den Tagen davor ihre Flugsalbe gerührt haben und nun zum Brocken fliegen, um dort ihren Hexentanz zu vollziehen.


 

Auch wir werden, wie immer, ein Feuer anzünden und einige Rituale vollziehen. Dazu werden noch getrocknete Kräuter vom letzten Jahr dem Feuer übergeben und natürlich auch geräuchert. Hier ein Beispiel für passende Kräuter zu Beltane:




Natürlich kann man da nach der eigenen Intuition gehen und Kräuter, Harze und andere Räucherstoffe verwenden, die für einen selbst stimmig sind.


Euch allen wünsche ich ein tolles Beltane, eine schöne Walpurgisnacht und einen sonnigen 1. Mai.


Kerstin

Sonntag, 26. Januar 2020

Imbolc/Fest der Brigid (zunehmender Sichelmond/Vollmond, 1.2., Lichtmess 2.2.)

Merkt ihr es auch? Die Sonne zeigt sich schon wieder vermehrt. Dies ist die Zeit der Lichtgöttin Brigid, welcher wir unser keltisches Jahreskreisfest Imbolc, dem Lichterfest, widmen.
Die Natur erwacht zu neuem Leben. Man meint, dass sich alles regt und streckt nach einer langen Ruhephase. Es tümmelt sich, wirkt aufgeregt und so langsam wird es unruhig unter der Erdoberfläche. Die ersten grünen Sprieße stecken ihren Kopf schon durch und auch die Knospen einiger Sträucher und Bäume zeigen sich, ebenso die Blätter der Birke. Leise und unbemerkt kriecht der Lebenssaft in die Bäume und auch in uns.
Die Zeit der Morrigan bzw der Perchte wird abgelöst von Brigid, die vom Licht umgebende. Auf einem Hirsch reitend weckt sie die Lebensgeister der Pflanzen, rüttelt die Samen auf, bringt die Säfte von Pflanzen, Bäumen, Tieren und Menschen in Fluss und kündigt das helle Halbjahr an.
Die katholische Kirche ernannte den 2. Februar (40 Tage nach Jesu Geburt) zu ihrem Fest "Maria Lichtmess". An diesem Tag endet die Weihnachtszeit und wie das Wort "Lichtmess" schon sagt, werden nun viele Kerzen in der Kirche gesegnet und angezündet.
Am 1. Februar ist der Namenstag der heiligen Brigitte von Kildare, die die Schutzherrin des Viehs ist.
Beim Blasius-Segen, der gegen Halserkrankungen eingesetzt wird, werden 2 Stangenkerzen überkreuz gehalten und die Menschen, die darum bitten, zwischen den Kerzen gesegnet.


Brauchtümer:

Imbolc, das Fruchtbarkeitsfest, wird an unterschiedlichen Zeiten gefeiert. Ich sehe die Jahreskreisfeste immer als Zeitraum und nicht als fixen Termin an, eben so wie sich das Gefühl einstellt. Je nach Region kommen so auch immer verschiedene Tage zustande. Viele nehmen den festen Termin Maria Lichtmess zum Anlass. Aber auch bei zunehmenden Sichelmond oder gar Vollmond kann Imbolc gefeiert werden. Ebenso am Tag vor Lichtmess. Genaue Überlieferungen existieren nicht.
Natürlich spielt auch hier wieder das Feuer eine wesentliche Rolle. Es wärmt und unterstützt jetzt das Licht, die ersten Sonnenstrahlen.
Auf einem kleinen See kann man Schiffchen mit Teelichtern schwimmen lassen.
Mancherorts gibt es Fackelumzüge.


Geweihte Kerzen werden angezündet und durch das Haus getragen, um alle Räume damit zu segnen.
Wir werden auch wieder räuchern und eine Reinigung für Mensch und Haus zelebrieren.
Es ist an der Zeit alles Alte, was noch verblieben ist und nicht mehr gebraucht wird, abzuschütteln. Wir brauchen Platz für das neue Licht, was aus uns herausstrahlen soll, es lässt uns aktiv werden und aus dem Winterschlaf erwachen. Voller Mut und Tatendrang lassen wir uns anstecken von der Natur und die Lebensfreude in uns wach werden, gereinigt von allen Altlasten.
Dies kann man auch in Form von einem Reinigungsbad mit Kräutern oder einer Fastenkur machen. Zum Entrümpeln und für den Frühjahrsputz ist es auch eine gute Zeit.
Die Farben der Brigid sind weiß, grün und rot. Weiß steht für den Winter, grün für die Natur und rot für die Flamme.


Es werden Brigidkreuze gebunden, auch Sonnenkreuze genannt, die gesegnet und geweiht werden und das Haus und alle Bewohner schützen sollen. 

 

Samstag, 4. Januar 2020

Die Weisen aus dem Morgenland

Im Laufe der Jahrhunderte sind aus den Weisen, die dem Stern folgten, Könige geworden. Dies ist der Übersetzung von "Magier" geschuldet. Im Matthäus-Evangelium - übrigens ist Matthäus der einzige, der die Weisen erwähnt - ist die Sprache von Sterndeutern, Magiern und Weisen. Dass es drei gewesen sein sollen steht nirgends geschrieben, ebenso gibt es keine Namen. Später, im 3. Jhdt hat man anhand der Geschenke - Gold, Weihrauch und Myrrhe - vermutet, dass es derer 3 gewesen sind.
Gold war das kostbarste Gut, Myrrhe steht für das Menschsein und den Schmerz, Weihrauch für das Göttliche.
Im 7. Jhdt kamen die heute bekannten Namen dazu: Caspar (= persisch für Hüter des Schatzes), Melchior (= hebräisch für Mein König ist das Licht) und Balthasar (= babylonisch für Gott schützt das Leben). Davor kannte man sie unter ihren hebräischen Namen Damscus, Appelius und Amerius.
Meist wird Caspar als dunkelhäutiger Afrikaner mit dem Geschenk der Myrrhe, Melchior aus dem europäischen Raum stammend mit Gold und der aus Asien stammende  Balthasar mit Weihrauch, dargestellt.
Möglicherweise stecken hinter den drei Weisen babylonische Priesterkasten, die bereits zu diesen Zeiten große Ahnung von Astronomie hatten.

Was hat es nun mit dem Stern von Bethlehem auf sich? 
Ein Komet, wie so oft dargestellt, war er wohl sicher nicht. Denn zu früheren Zeiten verhießen Kometen nichts Gutes, sie brachten Unheil und nicht die frohe Botschaft eines neuen Königs. 
Es ist so, dass Recherchen ergeben haben, dass im Jahre 7 v. Chr. eine dreifache Saturn-Jupiter-Konjunktion stattfand und zwar zu den Daten: 27.5., 6.10. und 1.12. Das bedeutet, dass die Planeten anders als sonst am Himmel erschienen, nämlich als ein großer strahlender Stern. 
Sagen zufolge galt Jupiter bereits vor dieser Sichtung als Königsplanet und der Saturn war dem Volke Israel zugeordnet. Beide standen zu dieser Zeit im Sternbild Fische, welches für Judäa steht. 
Seit dem späten Mittelalter geht man also davon aus, dass diese Konstellation den Stern von Bethlehem darstellt. 

Jupiter und Saturn sind sich im Jahr -6 im Sternbild Fische begegnet – der Stern von Bethlehem war das sicher nicht (Stellarium)
Quelle: deutschlandfunk.de

Jetzt zum Dreikönigstag erinnern die Sternsinger katholischer Gemeinden an die drei Weisen aus dem Morgenland und sammeln Spenden an den Türen der Gemeindemitglieder, meist für Kinder in der Not in fernen, armen und kriegsbetroffenen Ländern. Zu viert (die 3 Könige und 1 Sternträger) ziehen sie von Haus zu Haus und singen ihre Lieder oder tragen ihre Texte vor. Mit Kreide zeichnen sie die Buchstaben C + M + B an die Häuser, umrahmt von der aktuellen Jahreszahl (20 * C + M + B + 20).
C, M und B stehen nicht, wie oft irrtümlich angenommen, für die Anfangsbuchstaben der Namen, sondern für: Christus Mansionem Benedicat, was übersetzt "Christus segne dieses Haus" bedeutet.

Liebe Grüße, Kerstin


Dienstag, 31. Dezember 2019

Brauchtümer aus vergangenen Zeiten zum Jahreswechsel

Unsere heutigen Brauchtümer zu vielen Festen im Jahreskreis stammen aus weit vergangener Zeit und wurden im Laufe der Jahre immer weiter entwickelt und/oder verändert. Die Menschen früher waren sehr abergläubisch und so blieb es nicht aus, dass gerade zum Ende des alten und Beginn des neuen Jahres vielerlei Rituale durchgeführt wurden. Schließlich wollte man alles Schlechte im alten Jahr belassen und nicht mit hinübernehmen und das neue Jahr frisch und bereinigt starten.
Man muss dazu sagen, dass vor unserer kalendarischen Zeitrechnung der Jahresbeginn nicht immer am selben Tag stattfand. Die Menschen lebten im Einklang mit Sonne und Mond, was zur Folge hatte, dass sich der Zeitpunkt stets verschob.

Überbleibsel sind z.B. zu Silvester die früheren Glückszauber, die wir heute in Form von Glückssymbolen, wie 4-blättrige Kleeblätter, Schornsteinfeger, Glücksschweinchen, Marienkäfer, etc entweder verschenken oder sie in die Dekoration mit einfließen lassen. 
Glück bedeutete früher für die Bauern eine reiche Ernte, Gesundheit, das Wohlwollen der Götter und ein mehr oder weniger sorgenfreies Leben.
Heutzutage in unserem Land, mit einem Überfluss an Lebensmitteln, Supermärkten an jeder Ecke, kommt der Gedanke daran, was Mutter Erde für uns bereit hält und welch ein Schatz sie doch ist, kaum noch auf. Unsere Wünsche haben nun andere Dimensionen. 
Um das Glück noch weiter herauszufordern, war es üblich um Punkt 12 von einem Stuhl oder Tisch zu springen.
Mit Reisigbesen kehrte man das Unglück aus dem Haus. Mit Reisig wurde das Haus geschmückt, um sich vor bösen Hexen zu schützen.


Damit das Land fruchtbar wurde, haben die Menschen um Mitternacht mit Brettern auf die Erde geschlagen, ,mit Peitschen geknallt und mit Kochtöpfen und Holzlöffeln so laut es ging Lärm verursacht. Je lauter, umso glückverheißender war das neue Jahr. 
Der Radau sollte auch die bösen Geister fernhalten. Die toten Seelen, die sich auf die wilde Jagd begaben, machten den Menschen Angst. So mussten auch alle Räder während der Rauhnächte stehen und es durfte keine (weiße) Wäsche auf die Leine gehangen werden. Denn wenn sich das wilde Heer darin verfing, brachte es den Tod ins Haus. So sollte man auch sämtliche Arbeiten in diesen Nächten vermeiden und Ruhe einkehren lassen. 
Natürlich wurde auch an die lieben Verstorbenen gedacht, die nun auch in dieser Nacht wieder, wie zu allen großen Festen, ihre Nachfahren besuchten. Es wurden deren Leibspeisen als Opfergabe bereitgestellt und der Ofen ordentlich beheizt, damit sie es schön warm hatten.
Auch wenn die Menschen übers Jahr nicht viel hatten, zum Übergang wurden sämtliche Speisen auf die Tische gebracht. Sie dienten als gutes Omen. Brot und Salz in ein Leinentuch gewickelt und stehengelassen, sorgte für genug Nahrung fürs ganze Jahr. 
Je mehr man andere (sowohl Menschen als auch Tiere) mit Glückwünschen überhäufte, umso friedlicher und glückbringender wurde das neue Jahr. 
Hatte man zu diesem Zeitpunkt Geld in den Taschen, so wird man auch im neuen Jahr nicht an Armut leiden.
Trat man in der Zeit um Mitternacht auf den Dachboden, so sah man Verstorbene aus dem Familienkreis.
Es wurde orakelt und geräuchert. Träume in den Rauhnächten wurden wahr. 
Das heutige Bleigießen wurde mit Wachs vollzogen, Kaffeesätze wurden gelesen. So gab es allerlei Liebes- und Gesundheitszauber. 
Auch das Wetter wurde wie immer beobachtet. So brachte Nebel Krankheiten mit, dunkle Wolken und starker Wind sogar den Tod. 
Geräuchert wurde mit Fichtenharz (Waldweihrauch) und Wacholderholz/-beeren. Harz wirkt keimhemmend und reinigend. Krankenstuben wurden damals mit Wacholder ausgeräuchert, um die Keime zu ersticken und an der Verbreitung zu hindern, denn es wirkt desinfizierend. Man kann noch Myrrhe dazunehmen. Weihrauch verstärkt vorhandene Energien, also beachtet bitte, welche Energien euch umgeben, bevor ihr Weihrauch (Boswellia) verräuchert. Es wirkt wunderbar verstärkend und ist ein wundervolles Harz, aber es verstärkt ebenso auch nicht erwünschte Energien.
Zum Thema Hausreinigung werde ich nochmal einen separaten Beitrag verfassen.


Und nun wünsche ich euch und euren Lieben ein ruhiges und besinnliches Jahresende und einen guten Start ins neue Jahr, sowie ein gesundes und glückliches 2020!

Liebe Grüße, Kerstin





Sonntag, 29. Dezember 2019

Silvester - Vom Ursprung unserer "Feyerey" zum Jahreswechsel

Silvester, warum feiern wir überhaupt dieses Fest? Kommt die Frage überhaupt in den Sinn? Meistens nicht, da wir mit alldem aufgewachsen sind. Es gehört halt dazu, ist eine von vielen Traditionen, die wir von Kind auf kennen. Aber warum feiern wir mit so vielen bunten Lichtern und Geböller den Jahreswechsel? Die Antwort ist meist die hier: Wir wollen das neue Jahr mit Ach und Krach begrüßen, so dass es uns wohlgesonnen ist.
Raketen und Böller - kaum was anderes spaltet heute die Meinungen (außer Impfungen, aber das ist ein anderes Thema ;) ). Die Gegner erklären ihre Abneigung mit der sowieso schon sehr starken Feinstaubbelastung unseres schönen Planeten und der Krach erschreckt Wild- und Haustiere, so dass oft vorbeugend Beruhigungsmittel für Hund und Katz gegeben werden müssen. Befürworter halten dagegen mit Argumenten. dass es immer schon so war und dass sie an "alten" Traditionen festhalten wollen, aber was sind denn die richtig alten Traditionen? Das weiß nämlich kaum jemand.


Silvester I. war ein Papst, der am 31. Dezember im Jahre 335 verstarb. 813 wurde er heilig gesprochen. Erst im 16. Jahrhundert wurde sein Todestag zum letzten Tag des Jahres und nach ihm benannt. Somit ist der 31.12. auch der Namenstag für alle, die Silvester heißen (im deutschen Raum eher selten).
Silvester stammt von Silva (= Wald) ab und heißt übersetzt "Dem Wald zugehörig". Und nun kommt das Kuriose: Er ist der Schutzpatron der (Haus-)Tiere. Wenn er nur wüsste.... Aber ebenso, und das wissen wir ja nun, wird er zum Jahreswechsel angerufen, um uns ein gutes, gesundes, glückliches neues Jahr zu bescheren.
Aber gehen wir doch noch weiter zurück, nämlich zu der Zeit vor der Christianisierung, zu unseren Ursprüngen, zum Heidentum.
Silvester liegt mitten in den Rauhnächten, welche bekanntlich sehr dunkle Nächte sind. Zu dieser Zeit, so glaubten es die Germanen, zog ihr höchster Gott, Wotan, mit seinem Heer aus gefallenen Kriegern, den Totenseelen, durch die Lande und begab sich auf die "Wilde Jagd".
Die Silvesternacht wurde von unseren Urahnen gefürchtet, da sie Angst vor bösen Geistern hatten, denn sie glaubten daran, dass an ihren heiligen Festen die Tore zur Anderswelt offen standen und nicht nur ihre lieben Verstorbenen zu Besuch kamen, sondern auch die Unheil bringenden Gestalten. Um sie zu besänftigen wurden Opfergaben, bestehend aus Obst, Getreide und Kräutern, vor die Tür gelegt. Mit ordentlich Radau und brennenden Rädern vertrieben sie die bösen Geister, brachten Licht in die Dunkelheit. Später schossen Jäger mit ihren Gewehren in die Luft und schon vereinzelt gab es Raketen, die nach und nach zu unserem Feuerwerk wurden. Erst später durfte sich das einfache Volk auch an den Raketen bedienen.
Heutzutage geben wir über 100 Millionen Euro einzig allein für diese Nacht aus...

  


Liebe Grüße, Kerstin